Kurz vor seinem Auftritt stellte sich Milky Chance in Berlin unseren Fragen. Warum ihm ein Typ einst die Zukunft vorausgesagt hat und welchem Engländer er selbst zuletzt zugejubelt hat, das hat Autorin Dschamila herausgefunden.

Lesefaul? Hier gibts das ganze Interview auf Video: http://slyle-magazin.de/blog,248


Verrat uns doch mal, wie du zur Musik kamst? War es bei dir so, dass du im jugendlichen Alter Gitarre lernen wolltest? Oder spielten deine Eltern eine Rolle – etwa indem sie dich zum Blockflötenspiel genötigt haben?

Meine Eltern machen gar keine Musik, beide spielen auch kein Instrument. Ich hab mit 12 Jahren angefangen Gitarrenunterricht zu nehmen, einfach so. Ich wollte es ausprobieren und von da an ging es weiter.

Wann kam der Punkt, dass du dich an eigener Musik ausprobieren wolltest? Er wird ja mit „Pop-Folk“ beschrieben.

Nach etwa einem Jahr, da war ich wohl so 13 Jahre alt, habe ich angefangen Beats zu basteln und dazu Gitarre gespielt. Das hab ich dann die ganze Zeit gemacht, erstmal immer nur für mich, zu Hause im Privaten. Später war ich in mehreren Bands tätig. Dort habe nie gesungen, war immer nur als Bassist oder Gitarrist beschäftigt.

Und wann hast du das Mikrofon für dich entdeckt?

So vor fünf Jahren habe ich das ausprobiert. Fand ich aber voll kacke! Das Singen habe ich schnell wieder sein lassen und mich wieder der Gitarre gewidmet. Im letzten Jahr habe ich einen neuen Versuch gewagt, da fand ich es plötzlich cool. Irgendwie hat es mir mehr Spaß gemacht. Ich fand, dass man sich durchaus anhören konnte und habe dann auch Songs hochgeladen.

Und so kamen Lieder wie „Stolen Dance“ dabei raus. Dieser Song hat bei Youtube mittlerweile über zwei Millionen Klicks. Es ist quasi von null auf 100 geschossen. Wie fühlt sich das an?

Keine Ahnung. Ich weiß nicht, das ist so... (überlegt)

Mal anders gefragt: Wie ist es für dich als Musiker, wenn andere Künstler deine Songs remixen? Von „Stolen Dance“ findet man viele gelungene Remixe und verschiedene Cover im Internet.

Das ist schon cool. Es ist halt toll, wenn man dann jemanden sieht und hört, der sich mit seiner Kamera filmt und dabei ein Lied von mir singt. Irgendwie schön! Irgendwie auch herzerwärmend.

Du gibst ja gleich auch ein Konzert. Ist man da vorher noch aufgeregt?

Kurz vorher immer. Manchmal bin ich mehr aufgeregt, manchmal weniger. Komischerweise weiß ich aber nicht genau, womit das zusammenhängt. Es liegt nicht an der Größe der Konzerte, auch nicht unbedingt am Ort, glaub‘ ich. Ich weiß wirklich nicht, wovon die Aufregung abhängt...

Hand aufs Herz: Hast du bestimmte Rituale, die du machst? Vielleicht um die Aufregung runterzubringen?

Nein.

Gibt es irgendetwas, was du immer machst, bevor du den ersten Song anstimmst?

Wir rauchen meistens davor.

Auf was für Konzerte gehst du denn selbst gern?

Ich war letztens in München auf dem James Blake Konzert. Das war echt krass! Das war echt so gut. Das war definitiv eines der besten Konzerte, auf denen ich je war.

Und Festivals: Wo könnte man dich da antreffen?

Letztes Jahr waren wir auf der Fusion. Da war ich mittlerweile schon zum zweiten Mal. Und auf dem Dockville.

Bei letzterem warst du ja nicht nur Gast, denn da hast du ja auch gespielt.

Genau. Dreimal war ich Festivalbesucher, beim vierten Mal standen wir auf der Bühne. Darum ist das Dockville eigentlich mein Lieblingsfestival – weil da sehr viele Erinnerungen drin stecken.

Wie war es für dich dort zu spielen?

Krass trifft es ganz gut. Das war total krass! Bei meinem zweiten Dockville-Besuch war es voll matschig. Wir saßen mit einer Gitarre da und ich habe rumgegrölt – ich war auch nicht mehr ganz nüchtern. Dann ist ein Typ an uns vorbeigegangen und hat gesagt: „Ey, nächstes Jahr oder so stehst du dann auch auf der Bühne.“ Das war dann ja tatsächlich auch so! Find ich lustig.

Weißt du, ob diese Person dich auch bei deinem ersten Dockville-Auftritt gesehen hat? Das wäre ja mal spannend zu wissen.

Das hab ich mich auch gefragt.

Der Typ hat quasi deine Zukunft vorausgesagt.

Stimmt total!

Was steht denn bei dir 2014 so an? Gibt es denn ein Konzert oder ein Festival, wo du gerne spielen würdest?

Auf dem Dockville würde ich natürlich gern wieder spielen, weil das einfach voll cool ist. Auf der Fusion würden wir auch gerne spielen. Was noch? Weiß nicht. Melt oder so. Auch das Skandaløs-Festival steht auf der Wunschliste, da haben wir auch im letzten Jahr gespielt. Ach nein, dieses Jahr war das! Dieses Jahr. (lacht)

Also es gibt viele kleine Festivals, die ich auch ziemlich cool finde. Die haben nämlich immer noch so einen besonderen Charme.

Sprich: Dir fällt jetzt spontan kein Festival außerhalb Deutschlands ein, wo du unbedingt mal auftreten willst?

Damit kenne ich mich ehrlich gesagt gar nicht so aus.

Zugegegeben: Mir würde jetzt so spontan auch nichts Vergleichbares einfallen.

Irgendwas mit... Wild West oder so gibt es noch, irgendwo in Schweden. Ja, ich glaube in Schweden gibt es irgendein cooles, großes Festival. Aber ich weiß nicht mehr genau, wie es heißt.

Müssen wir mal googlen, wenn wir zu Hause sind. Apropos: Die Zeit vergeht, wir sind fast am Ende. Noch kurz zum Abschluss: Beschreibe doch mal deine Musik in drei Worten.

In drei Worten?

Die ersten, die dir einfallen...

Gitarre. Singen. Mpfta-mpfta.