Es ist acht Uhr am Abend. Dunkel. Kalt. Ich sitze in der Bibliothek. Die Plätze leeren sich. Allein die panisch Frustrierten harren aus. Versuchen die Angst mit routinierter Akzeptanz zu beruhigen. Mir wächst ein Barthaar.

Vom Tisch her lacht höhnisch die Frage nach Schein oder Sein. Abendländische Philosophie. Gedankenlosigkeit verdrängt geballte Konzentration. Eigentlich sollte ich lernen. Eigentlich ist Vorweihnachtszeit. Eigentlich Stille. Eigentlich Ruhe. Dagegen das Lärmen um Frieden.

Krampfhaft des Wissens habhaft zu werden, studieren, entgegen der Zeit in der Hoffnung sie überlisten zu können. Meinem Sitznachbarn fallen die Augen zu und der Kopf auf den Tisch. Er erschrickt. Ich kämpfe mit meinem Barthaar.

Es ist widerspenstig. Es ist borstig.

Die Bibliothek schließt. So muss Wissen vor Zeit kapitulieren. Ein strenger Geruch von Resignation steigt mir in die Nase, vermischt sich mit dem gebrannter Mandeln.

Noch einmal reiße ich an dem widerborstigen Ding. Befreie mich von eigentlich und denke an Weihnachten. Es ist wie nach Hause kommen. Ihr seid niemals zu alt und einsam zu hip.