Fünf Tage, 54 Schauen, große und kleine Modemessen: Alles aus und vorbei. Die 14. Berlin Fashion Week ist Geschichte. Die Trends fasst Autorin Anne Juliane kurz zusammen.

Eine krass hohe Plateauschuh-Dichte rund um das Brandenburger Tor und mehr oder weniger gut gekleidete Menschen, die auf ein großes Zelt in der Straße des 17. Juni zusteuerten: Es war wieder soweit. Mitte Januar lud Berlin zur Modewoche. Mal wieder wurde die Hauptstadt zur internationalen Bühne für Klamotten und Lifestyle. Bekannte Marken und Jungdesigner zeigten neuste Kreationen. Mal wieder trafen sich Modeinteressierte, Blogger, Einkäufer, Fotografen und Medienschaffende. Geblieben sind jede Menge Ideen für Herbst und Winter 2014/2015. Was kommt, was kaufen und was tunlichst vermeiden? Die Trends im Überblick:

1. Prints plus Muster- und Stoffmix!

Längst schon kein Geheimnis mehr: Der Rucksack ist zurück. Die klassischen Modelle aus Nylon hüllen sich nun in auffällige Prints oder kommen in Knallfarben daher. Ob Neongelb, Wolkenhimmel, Leo- oder Sternenaufdruck: Vorreiter in Sachen Rucksack-Gestaltung sind die Briten von „Mi-Pac“. Und das Beste: Ihre Kreationen sind sogar etwas für den kleinen Geldbeutel.

Übergroße Blumenmuster fanden sich auch bei dem gerade sehr gehypten Label „Achtland“ auf Röcken und Kleidern. Thomas Bentz und Oliver Lühr, die Designer hinter der Marke, kombinierten Leder mit Seide und Chiffon. Irre schön!

2. Alles auf Grün

Das Vorurteil, Öko-Mode sei farb- und formlos und bestehe aus groben Jutefasern, stimmt mal so gar nicht. Mit „UMASAN“ war das erste, wirklich vegane Modelabel bei den Modenschauen am Brandenburger Tor dabei. Die Marke achtet auf ökologische und humane Produktionsverfahren sowie auf die natürliche, nachhaltige und tierfreundliche Nutzung von Ressourcen.

Neben „UMASAN“ beschäftigten sich zwei weitere Plattformen mit Öko-Mode: Der „Green Showroom“ und die „Ethical Fashion Show“ nahmen sich umweltbewussten Modedesignern an – und die zeigten ihr Können. Kuschlige Sweater, schlichte Shirts aus Bio-Baumwolle, verschiedene Unterteile sowie Accessoires waren überwiegend farbenfroh und durchaus chic.

3. Und noch mehr Grün...

Designer „Hien Le“ eröffnete die Fashion Week und setzte auf Schwarz. „Lala Berlin“ und „Schumacher“ entschieden sich für ein auffallendes Rot. Um einiges mutiger hielt es „Malaika Raiss“: Die sympathische Modeschöpferin schickte ihre Models in Grüntönen über den Laufsteg. Ja, richtig gelesen: Grün! Grün feiert sein Comeback. Doch die Farbe hat so ihre Tücken, daher gilt: Vorsicht beim Kombinieren. Weniger ist dann manchmal eben doch mehr.

4. Stilikone 2.0: Lucky Luke

Das Must-have der kommenden Saison ziert Damen- und Herrenhälse. Wahlweise lassen sich damit auch Knutschflecke optimal verbergen. Was unser Lieblingscowboy schon seit geraumer Zeit zum gelben Hemd und schwarzer Hose trägt, wird nun auch den Kleiderschrank des modebewussten Hauptstädters erobern. Des Rätsels Lösung: Hallo, Tuch!

So trugen die Models bei etlichen Laufsteg-Looks kleine gemusterte Stofftücher – meist in Form eines Dreiecks – ganz nah und hochgeschlossen um den Hals gewickelt. Der Tuch-Trend kostet keine Unsummen und ist einfach nachzumachen. Top!

5. Auf Lässigkeit setzen

„Werdet wild und tut was Schönes“ – für diese Botschaft entschied sich Designerin Leyla Piedayesh von „Lala Berlin“. Ihr Spruch fand sich in weißen Buchstaben auf Strickpullovern und Hosen wieder. Plakativ, dazu viel Spaß und etwas Subkultur – welch‘ gute Mischung! Die Punk-Attitude gipfelte in Sicherheitsnadeln, die auf die Rückseite der Jacken einiger Models gepinnt waren. Insgesamt kam Leyla‘s Kollektion sehr lässig, unangepasst und cool daher. Krass urban. Eben sehr Berlin.

Die wohl wichtigste Lektion kommt von den Blogger-Mädels von „amazed“. Auf den nächsten Seiten verraten sie, dass auch der „in“ ist, der nicht jeden Trend stumpf kopiert. Und warum Collaborations eine tolle Möglichkeit sind um Kontakte zu knüpfen und gemeinsam etwas Schönes zu schaffen, genau das konnte unsere Autorin Thu den Gründern des Labels „The Sexy Kids Revolution“ entlocken. Aber lest selbst!