Klarer minimalistischer Gitarrensound geküsst von Tanzbeats und einem Hauch Post-Punk – so in etwa lässt sich der Sound der Kölner Band Sparkling beschreiben. Dass die musikalische Zukunft dieser jungen Herren ziemlich vielversprechend ist, hat unsere Autorin Thu für euch im Interview herausgefunden.

Sparkling, das sind: Levin (Gitarre, Gesang), Luca (Bass) und Leon (Schlagzeug). Seit 2010 gibt es Sparkling in dieser Formation. Levin hat gerade sein Abi gemacht, Luca und Leon hingegen besuchen fleißig Vorlesungen der Sozialwissenschaften und der Volkswirtschaftslehre und wenn es da mal „too much“ wird, trifft man sich halt im Proberaum um Musik zu machen.

Musik ist hier das Stichwort, so gibt es im Track „You And My Mind“ eine Passage, die besser nicht passen könnte: „This is keeping me alive/ it‘s like a drug/ and I can‘t stop it/ I need more/ I need more“. Mit Passion und Perfektion arbeiten die Sparkling-Boys an neuen Songs und einer EP. Man darf sich also freuen und  gespannt sein.

SLYLE: Kommt ihr aus einem musikalischen Elternhaus?

Sparkling: Bei uns allen war das ähnlich: Musik hat für uns von kleinauf eine große Rolle gespielt und wir sind dabei geblieben.

Gibt es eine klare Rollenverteilung innerhalb der Band oder wird alles zusammen gemacht?

Das Songwriting machen wir immer alle zusammen, da es uns sehr wichtig ist, dass die ganze Band hinter den Songs steht und die Emotionen übertragen kann. Dabei feilen wir gemeinsam an unseren Kompositionen herum, bis es jeder perfekt findet und in einen Zustand der kompletten Befriedigung verfällt. Das ist natürlich manchmal anstrengend, aber ein guter Feedback-Filter. An den Texten sitzen wir oft monatelang, assoziieren, diskutieren und verschimmeln bei 92 Prozent Luftfeuchtigkeit in unserem Kellerproberaum.

Wie kam es zu eurem Bandnamen?

Sparkling heißt ja übersetzt funkelnd, spritzig, prickelnd, was wir im übertragenden Sinne auf unsere Musik beziehen, die aufgeweckt und erfrischend ist. Das unterstreichen wir mit unserem klaren, direkten Sound.

Ihr seid alle noch sehr jung, doch habt ihr schon mehrere Shows in London gespielt. Wie seid ihr an die Gigs gekommen und wie war es vor britischem Publikum zu spielen?

Das war eigentlich eher so eine Traumschnapsidee; nach London zu fahren und dann in den Pubs und Clubs zu spielen. Wir waren sehr motiviert und haben das ganze dann in die Hand genommen und alleine organisiert, was echt viel Arbeit war. Aber dann kam ganz überraschend viel gute Rückmeldung und wir haben daraus eine Tour gemacht. Und vor britischem Publikum die Feuerprobe gemacht zu haben, war einfach genial! Es war zu spüren: Wir sprechen das an, was die Leute bewegt. Weil wir das ansprechen, was uns bewegt!

Hört ihr viel Musik aus Großbritannien? Wer sind eure musikalischen Helden?

Schon, aber nicht ausschließlich. Wo wir uns alle einig sind, ist bei The Clash, die wir total genial finden.

You And My Mind – Wie ist der Song entstanden und worum geht es?

Das Grundriff und ein paar Textzeilen hatte Levin schon länger im Kopf. Dazu haben wir viele Sachen ausprobiert, bis dann „You and my Mind“ mit einem Jazz-Gitarrenriff, einem Dubstep-artigem Beat, treibender Bassline und dazu der schnelle Sprechgesang entstand. Der Song handelt von einer Art Hassliebe, eine innere Zerrissenheit. Man will von etwas loskommen, schafft es aber nicht, da man es irgendwie immer noch braucht und davon abhängig ist. Dabei geht es mehr um dieses Gefühl, weniger um eine konkrete Situation.

Wie oft trefft ihr euch denn zum Proben?

Nach Möglichkeit proben wir jeden Tag und investieren all unsere Zeit in die Musik.

Seid ihr eine typische „Proberaumband“?

Wir brauchen den menschlichen Kontakt. Nur dadurch, dass wir eng beieinander hocken, können wir die Atmosphäre erzeugen, die in den Songs verwirklicht werden.

Wie lange dauert es, bis ein Song fertig ist und ihr damit zufrieden seid?

Jede Probe tüfteln wir an unseren Songs und verwerfen ständig die Ideen, die wir am Vortag entworfen hatten, bis letztendlich ein Song entsteht, der akribisch auf das Wesentliche reduziert ist und uns alle vollkommen befriedigt. Das dauert oft sehr lange.

In letzter Zeit – so scheint es mir – gibt es eine Welle an jungen Produzenten, die ihre Musik ausschließlich am Laptop entstehen lassen. Alles ist irgendwie sehr elektronisch und modern. Wie steht ihr dazu? Könntet ihr euch vorstellen, auch mal in diese Richtung zu gehen oder bevorzugt ihr den organischen Sound?

Bei uns ist das ja eigentlich genau das Gegenteil. Wir benutzen keine elektronischen Mittel und keinerlei Effekte, sozusagen „back to the roots“. Aber das heißt für uns nicht, dass wir das Elektronische ablehnen. Bei uns in Köln gibt es ja eine große Bandbreite an elektronischer Musik, von der wir mitunter beeinflusst werden. Wir setzen diesen Input dann nur organisch um. Natürlich können wir uns vorstellen, auch mal in die elektronische Richtung zu gehen, das ist einfach eine Frage unserer Entwicklung. Im Moment lieben wir Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang.

Interessiert ihr euch für politische Themen?

Ja, auf jeden Fall. Wir haben erst vor kurzem auf einer Veranstaltung gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) gespielt. Politik betrifft uns alle und ist relativ direkt mit unserem Alltagsleben verbunden. Dadurch spielt Politik auch für unsere Songs eine Rolle.

Anfang des Jahres wart ihr Teil der „Cologne Music Week“. Wo kann man euch diesen Sommer noch sehen und was habt ihr für die Zukunft geplant – EP, Album?

Wir spielen in Bonn und in Köln. Weitere Gigs könnt ihr auf unseren Seiten erfahren. Im Sommer wollen wir eine EP machen. Freut euch drauf!!

Mit welchem Künstler würdet ihr gerne die Bühne teilen?

Mit den Arctic Monkeys. Oder mit den Rolling Stones, die stehen schon solange auf der Bühne, von denen kann man bestimmt was lernen.

Gibt es einen Ort auf der Welt, an dem ihr unbedingt mal spielen wollt?

Im Petersdom in Rom oder in Versailles im Spiegelsaal.

Woher schöpft ihr Inspiration?

Unsere Inspiration schöpfen wir aus dem, was uns aufregt, was uns stört, aus Situationen mit denen wir immer wieder konfrontiert werden oder aus Lebensgefühlen und Lebensschwierigkeiten, die wir erfahren.

Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

Keine Ahnung, das ist doch noch solange hin.

Wenn es keine Musik mehr gäbe,..

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Wahre Worte von Johann Gottfried Seume.

Fender oder Gibson?

Fender.

Festivals oder eigene Tour?

Ist egal, Hauptsache auf Tour!

Berlin oder Köln?

Köln.

You oder my Mind?

You and my Mind.

Youtube oder Soundcloud?

Soundcloud, weil die Musik für sich alleine spricht.

Im Web: http://fb.com/Sparklingofficial