Im Skandal um NSA und Co. kommen immer neue Details ans Licht. Er führt uns schmerzhaft vor Augen, dass wir vielleicht doch nicht so viel Kontrolle über unser Leben haben, wie wir immer dachten. George Orwell hat schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ein berühmtes Buch über den Überwachungsstaat geschrieben: „1984“ war nicht als Anleitung gemeint, dieser Spruch scheint aktueller denn je. Dystopie nennt man solche negativen gesellschaftlichen Zukunftsszenarien. Drei davon stellen wir euch vor. Aber Achtung: Was im ersten Moment niederschmetternd klingt, ist am Ende sehr bereichernd. Zumindest, wenn man sich die Zukunft nicht aus der Hand nehmen lassen will.

Aldous Huxley: Schöne neue Welt (veröffentlicht 1932)

Glück braucht keine Liebe, Leidenschaft oder Religion. Glück braucht nur die präzise Erfüllung aller Bedürfnisse und unverrückbare, akzeptierte soziale Klassen. Wissenschaft, Freizeit, Kunst, Wahrheit und Schönheit sind gefährlich.

George Orwell: 1984  (veröffentlicht 1949)

Manipuliere die Geschichte, bis es nur noch eine endlose Gegenwart gibt. Zerstöre die Sprache, um nicht-systemkonforme Gedanken unmöglich zu machen. Gib den Menschen Feinde und jemanden, den sie lieben können. Kontrolliere diese Liebe.

Ray Bradbury: Fahrenheit 451 (veröffentlicht 1953)

Alle Bücher werden verbrannt, weil selbstständiges Denken die Gesellschaft unterminiert. Alle Menschen sind glücklich, denn sie sind gleich. Nicht gleich geboren, aber gleich gemacht. Nur ein paar aussätzige Intellektuelle haben die Ideen der Literaturgeschichte in sich selbst aufbewahrt.