David Leitner ist seines Zeichens Student und passionierter Künstler. Der gebürtige Grazer lebt und arbeitet seit Oktober 2013 in Wien. Kunst macht er „wohl schon immer“, so der 21-Jährige.

„Zuerst konzentrierte sich mein Interesse fast nur auf realistisches Zeichnen. Anfang 2013 kam dann die Malerei hinzu. Der Fokus beziehungsweise mein Interesse verlagerte sich auf die Ölmalerei – und mittlerweile bin ich an dem Punkt, wo ich denke, dass ich einen guten Mix von allem betreibe. Vor kurzem habe ich auch begonnen, großflächig im öffentlichen Raum zu malen, was nochmal eine gute Abwechslung zu den anderen Tätigkeiten ist“, berichtet David.

Wenn er nicht gerade künstlerisch tätig ist, dann trifft er Freunde oder reist viel umher. Seine  Reisen führten ihn unter anderem schon nach Malaysia und Thailand. Auch ist er mit seinen Gedanken ständig bei neuen Ideen und Projekten. So sind für den Winter bereits einige Sachen geplant, wie etwa im Januar 2015 seine erste große Solo-Ausstellung in Wien.

Auch zu der Frage, wo sich David in fünf Jahren sieht hat er eine passende Antwort: „Mein Plan wäre, dass ich herumreise und mehr Wände bemale – oder dass ich in New York studiere. Beides ist nicht allzu realistisch, ich weiß. Aber ich werde alles dransetzen und sicher eines von beiden realisieren“, sagt der 21-Jährige.

Wir sind ganz zuversichtlich, dass das klappt und drücken die Daumen. Doch bevor es für David nach New York geht, haben wir den jungen Künstler zum Interview gebeten.

Du studierst seit letztem Jahr an der „Universität für angewandte Kunst Wien“. Inwiefern hat  das Studium dich und deine Kunst verändert?

David: Stimmt, jetzt ist genau ein Studienjahr rum. Die Beantwortung fällt mir wirklich schwer, da zeitgleich mit dem Studium auch mein Leben in Wien begonnen hat. Die österreichische Hauptstadt hat mich auf jeden Fall verändert hat – und sie tut es sicher auch weiterhin. Das Studium hat natürlich dazu beigetragen, dass ich mich intensiver mit dem ganzen Zeug auseinandersetze und ich die Zukunft als Maler oder Illustrator nicht mehr als komplett unrealistisch ansehe. Hauptsächlich macht‘s aber einfach total Spaß, denn die „Universität für angewandte Kunst Wien“ ist eine super Institution mit super Leuten!

Unser Heftthema ist „Wandel/Veränderung“, deshalb will ich von dir wissen: Was bedeutet das für dich?

Das ganze Leben ist ein einziger Wandel. Es wäre ja auch fad, wenn es nicht so wäre! Für mich bedeutet das, dass ich eigentlich wirklich nicht weiß, wo ich in zwei Jahren sein werde – und genau das finde ich gut. Wandel passiert ständig, mit jedem Projekt. Das ist definitiv spannend.

Mit welchen Themen befasst du dich am liebsten und bringst diese dann gern zu Papier oder auf Leinwand?

Mein unübersehbares Hauptthema ist auf jeden Fall der Mensch. Ich kann nicht genau beschreiben, warum mir figurative Malerei so viel gibt. Es fühlt sich einfach nur vollständig an, wenn ich Körper oder Gesichter einbeziehe. Um mal ein Beispiel anzuführen: Ein Freund hat vor einige Zeit bei mir ein abstraktes Bild als Geschenk für eine Hochzeit in Auftrag gegeben. Ich bin bis heute nicht zu dem Punkt gekommen, wo ich sagen kann: So jetzt ist es fertig. Es fehlt einfach immer was!

Du arbeitest mit verschiedenen Materialien und Techniken – seien es einfache Bleistiftzeichnungen, Ölgemälde, Wandmalerei oder digital. Wie werkelst du am liebsten und warum? Ist dir eine abwechslungsreiche Arbeitsweise wichtig?

Die Tendenz verlagert sich öfter, das heißt: Manchmal male ich lieber, dann klappt das wieder gar nicht und ich kritzle in meinem Block rum. Abwechslung ist, so glaube ich, das „goldene“ Schlagwort in dieser Hinsicht. Vor allem die Wandmalerei ist eine ausgezeichnete Ergänzung. Normal verbringe ich viel Zeit in meinem Zimmer am Mac oder vor der Staffelei. Das wiederum ist bei Street Art nicht der Fall, denn da ist man den ganzen Tag draußen. Klar, ist es manchmal nicht so fett, wenn es regnet oder dir die pralle Sonne ins Genick brennt. Aber der wohl größte Vorteil ist, dass man noch vor Ort mit Menschen in Kontakt treten kann und sie dich sofort wissen lassen, was sie von deiner Kunst halten. Das finde ich ziemlich interessant, vor allem weil jeder etwas anderes in Kunst sieht. Übrigens ist das auch so ein Punkt, den ich bei zeitgenössischer Kunst ziemlich nervig finde: die Frage „Was hast du dir dabei gedacht?“ Das tut doch nichts zur Sache! Schau dir doch einfach das Bild an und überleg, was du darin siehst. Ich find‘s  spannender zu hören, was sich die Leute bei einem Bild denken, als was die Intention des Künstlers war.

Aller guten Dinge sind drei, that‘s why: Deine Kunst in drei Worten!

Meine Kunst in drei Worten: nackt, abstrakt, realistisch.

*Good to know: Leiwand sagt man umgangssprachlich in Österreich, wenn man Dinge großartig oder toll findet.