Hört mal rein – schrieb unsere Autorin Thu und schickte flugs den Link zur facebook-Seite von Bled White hinterher. Well... Halleluja, hands down, praise unsere Autorenschaft, die dem Trend immer zuvor kommt. Heißt konkret: Thu hatte den richtigen Riecher: Seither sind wir süchtig nach dem feinstem Alternativ Pop von Christian Kuehn, David Kirchner und Felix Heinicke. Das Trio ist schon siet der Kindheit musikalisch unterwegs. Das liegt nicht zuletzt an den Eltern. So wuchs man beispielsweise mit Musik auf, weil der Vater Komponist klassischer Musik ist oder weil viel Wert auf sinnvolle Freizeitbeschäftigung gelegt wurde. „Es wurde sich Mühe gegeben, mir das Thema nahe zu legen“, nickt Frontmann Christian. An dieser Stelle also props an Mama und Papa, die alles richtig gemacht haben. Nachdem die Teenager in verschiedenen Bands spielten, sich so ausprobieren und Erfahrungen sammeln konnte, fanden sich die drei Herren irgendwann im Studium zusammen – und das an keinem geringeren Ort als an der Popakademie in Mannheim. Schnell war klar: Christian (Gesang, Gitarre, Klavier, Songwriting), David (Gitarre, Klavier) und Felix (Schlagzeug, Klavier) meinten es wirklich ernst mit der Musik. Kurzerhand schließen sie sich Ende 2013 als Bled White zusammen – und seither wird gemeinsam wunderbarster Alternativ Pop mit Einflüssen aus Post Punk und Dark Wave produziert. Wie das klingt? Irgendwie Ehrlich, filmisch, besonders. Aber hört doch selbst:

Klick:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=280&v=fRAux40uSrY

Eine große Inspirationsquelle für das Songwriting schöpft Christian nämlich unter anderem aus Filmen. Hört man die Musik von Bled White könnte man meinen, diese wären der Soundtrack eines Arthouse Films: künstlerisch, ehrlich, emotionsgeladen und vielfältig. Das merkt man sofort, wenn man Songs wie „Little Details“ oder „Dead Clock“ anhört.

Auch der Bandname ist sehr metaphorisch und künstlerisch. „Bled White ist ein Wortspiel mit zwei grundsätzlich verschiedenen Elementen. Das Rote, das Blut, welches die Leidenschaft, das Umtriebene und das Leben in seinen Facetten beschreibt. Dazu das Weiße, das Reine, das Unantastbare, was die Größe, die Ehrlichkeit und den Pathos des Projekts kennzeichnet. Zusammen wirken die Begriffe zunächst konträr. Wenn man die musikalische Bandbreite der Band betrachtet, spiegelt der Name die Zerbrechlichkeit und gleichzeitig die Größe der Songs in ihrem eigenen Charakter wieder“, erklären die Jungs.

Was die Zukunft betrifft, da lautet auch hier die Devise: Musik. Musik. Musik. Was präziser heißt: Viele Konzerte spielen und noch mehr Musik machen, die den eigenen künstlerischen Ansprüchen an- und entspricht. Soviel sei schonmal gesagt: Bled White sind eine vielversprechende, deutsche Band mit internationalem Sound, der Lust auf Mehr macht. Wärmstens zu empfehlen sind, an dieser Stelle, die EP‘s „Audrey“ und „Romy“ und das „Augen offen halten“ für die kommende EP, welche 2015 erscheint.

Bled White im Interview: „Neue Anfänge benötigen Mut, Überzeugung und Optimismus“

Slyle: Christian, du hast vorher unter den Namen „I Confess“, welches ein Soloprojekt war, Musik gemacht. Seit letztem Jahr ist aus dem Soloprojekt ein Bandprojekt – Bled White – geworden. Wie kam es zu dazu? Siehst du diese Veränderung als eine Art Neubeginn?

Christian Kuehn: Ich sehe diese Veränderung eher als das Resultat eines langen Arbeitsprozesses. Das Projekt Bled White steht unter dem Einfluss einer ständigen Weiterentwicklung. Während des Songwritings und der Zeit im Studio mit Raphael Kistner, dem Produzenten der EP‘s, wurde die Vision des Projekts viel größer, als ich es alleine hätte realisieren können. Der Sound hatte sich zu einem ziemlich vielschichtigen Bandsound weiterentwickelt, da lag es nahe David und Felix mit in das Projekt einzubinden und eine Band daraus zu machen. Seitdem sind wir ziemlich zusammengewachsen und freuen uns zusammen auf der Bühne zu stehen.

Ihr habt vor Kurzem auch eure zweite EP „Romy“ veröffentlicht. Die dritte EP folgt in Kürze. Die Namen der bisher erschienen EP‘s sind weibliche Vornamen: Audrey und Romy. In einem Interview sagtest du, Christian, dass du deine Inspiration unter anderem aus Filmen schöpfst und womöglich liege ich jetzt total daneben, aber sind das hier vielleicht Namen großer Schauspielerinnen? Erzählt doch mal, was steckt dahinter und dem Konzept eurer Trilogie?

Da liegst du genau richtig! Ich lasse mich gerne von Filmen für mein Songwriting inspirieren. Da machte es Sinn die Titel unserer Trilogie dem Thema zu widmen. Die erste EP heißt „Audrey“ und ist offensichtlich an Audrey Hepburn angelehnt. Ich glaube, es ist in jeder Hinsicht sehr einfach Audrey Hepburn zu lieben. Als Stilikone, bildhübsche Frau und herausragende Schauspielerin. Auf „Audrey“ befinden sich vier Stücke, die sehr eingängig sind und eine Art Optimismus in der Schwere der Songs haben, wie in „Bonjour Tristesse“ oder „Don‘t Forget Me“. Unsere zweite EP ist nach Romy Schneider benannt, die in ihrer Karriere einige Höhen und Tiefen durchlaufen musste. Viele wissen gar nicht, dass Romy Schneider nach ihrer Sissi-Rolle eine Karriere in Frankreich startete, wo sie sehr interessante und gute Filme gemacht hat. Das private Leben von Romy Schneider verlief in den letzten Jahren sehr dramatisch, was wahrscheinlich ihren frühen Tod verursachte. Rundum eine interessante Frau, deswegen sollte unsere zweite EP mit Songs wie „Full Moon“ oder „Little Details“ einfach „Romy“ heißen. Zum Titel der nächsten EP sei gesagt – es wird überraschenderweise wieder ein weiblicher Vorname sein.

Ich finde das Thema interessant, da diese Personen für immer eine Art Denkmal und ewiges Bild in Form von Filmen von sich geschaffen haben. Und Nostalgie bei Seite: Letztlich waren sie doch nur ganz normale Menschen, wie du und ich.

Als große Filmfans wäre es doch nicht verkehrt, demnächst mit dem Komponieren von Filmmusik anzufangen, oder? Oder macht ihr das sogar schon?

Schön, dass du das sagst. Wir können uns sehr gut vorstellen Musik für einen Film zu komponieren. Das ist ein spannendes Thema für mich, seitdem ich „There Will Be Blood“ gesehen habe, bei dem Jonny Greenwood die Filmmusik arrangiert hat. Eine geschmackvolle und spannende Symbiose aus Bild und Ton zu erschaffen, wäre eine tolle Herausforderung für uns und würde, denke ich, großen Spaß machen. Steht auf jeden Fall auf meiner persönlichen To Do-Liste.

Man sagt auch: „Aller Anfang ist schwer.“ Welcher „Anfang“ war für euch bis jetzt am schwierigsten?

Ich kann tatsächlich schlecht sagen, welcher Anfang für mich bisher am schwierigsten war, da ich mich häufig recht schwer tue mich an neue Situationen zu gewöhnen. Ich brauche meistens sogar jemanden, der mich da sprichwörtlich mit reinzieht, sodass es keine Widerrede mehr gibt – Freunde, Frauen und so. Dann finde ich alles erst mal eine Zeit lang eher so mittelmäßig, um im Nachhinein fest zu stellen, dass es eigentlich ziemlich gut war. Generell sind für mich also Anfänge schwierig. Aber wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das normalerweise durch, bis ich denke, dass es gut ist – auch wenn es anfangs schwierig scheint. Es hat ja auch immer alles eine Kehrseite: Neue Anfänge bedeuten viel Arbeit und Zeit, benötigen Mut, Überzeugung und Optimismus. Doch wenn man sich dabei treu bleibt, zeigt das Willensstärke und verdient meiner Meinung nach Respekt. Was ich damit sagen will: Auch wenn Anfänge schwierig sind, entsteht daraus oft etwas Gutes. Daran muss man einfach glauben.

Passend zum Heftthema, und wahrscheinlich die Frage aller Fragen am Ende eines Jahres: Was habt ihr euch persönlich und auch musikalisch für das neue Jahr vorgenommen?

Ich glaube, wir hatten uns alle persönlich vorgenommen aufzuhören mit dem Rauchen und Trinken und mehr Sport zu machen. Das wird aber – wie jedes Jahr – wahrscheinlich auf genau so viel rauchen, genau so viel trinken und ein bisschen mehr Sportschau schauen hinauslaufen!

Mit der Band bringen wir zunächst Anfang nächsten Jahres unsere dritte EP raus, deren Single ein schönes Musikvideo bekommen wird. Außerdem haben wir ein weiteres Filmprojekt auf dem Schreibtisch liegen, was wir gerne realisieren wollen. Da arbeiten wir gerade das Konzept und die Umsetzung aus. Dann fangen wir ab Januar wieder an neues Material zu schreiben und schauen mal, wo uns das hinführt. Wir wollen 2015 ein bisschen mehr live spielen und vielleicht was von der Festival Saison mitnehmen. Aber wir werden sehen, wie sich die Dinge bis dahin entwickeln. Wir schauen jedenfalls positiv auf das nächste Jahr und freuen uns neue Projekte mit Bled White anzugehen.

Im Web: www.bledwhite.de
Bei facebook: www.facebook.com/bledwhitemusic
Bei Soundcloud: www.soundcloud.com/bledwhitesc