Wolfsburg - Auf großen Werbeplakaten titelte das ZDF "Der 3. Platz ist was für Männer" und wollte vor der Frauen-WM in Deutschland die Werbetrommel für die deutschen Fußball-Frauen rühren. Die Frauen wollten es dem verschriebenen Männersport zeigen und es besser machen, als bei der Männer-WM 2006, wo die damalige Fußball-Nationalmannschaft den dritten Platz erreichte. Mit großer Selbstsicherheit hörte man Linda Bresonik vor dem Viertelfinale gegen Japan große Töne schlagen: "Wir gewinnen heute und fertig!"

Nach einem Tor der Japanerin Karina Maruyama in der 108. Minute wurde aus dem Traum, besser als die deutsche Männermannschaft zu sein, nichts. In Wolfsburg unterlagen die deutschen Frauen 0:1 (0:0) gegen ein japanisches Team, bei dem sich die Nachnamen derer Spieler wie böser Reizhusten anhören. Nach dem Spiel wusste auch Magen-Darm-Bresonik (laborierte vor dem Spiel an Magen-Darm-Problemen) nicht weiter: „Bei mir herrscht eine Leere, Fassungslosigkeit. Dieser Tag nimmt dir alles weg. Es ist schlimm. Wir haben nie damit gerechnet, dass wir hier verlieren können. Ich weiß auch nicht, warum es so kam." Ein Grund scheint damit wohlmöglich gefunden: Die übertriebene Selbstsicherheit, die sich schon vor der WM in Arroganz auf Plakaten des Zweiten Deutschen Fernsehen widerspiegelte.

Nun schauen wir gespannt auf die nächste Männer-WM. Vielleicht kann man auf Plakaten dann den Spruch "Der 5. Platz ist was für Frauen" sehen: Das ist der Platz, den man im besten Fall erreichen kann, wenn man im Viertelfinale ausscheidet.