Sie kämpfte, sah und verlor - ihren Doktortitel. So könnte die Überschrift der Biografie der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin aussehen. Unverdrossen und siegessicher zeigt sie sich im Kampf um ihren Doktortitel, der ihr von der Universität Heidelberg aberkannt worden war. 

Wer vor ein paar Wochen die Medienberichte über Koch-Mehrin gelesen hatte, fragte sich wahrscheinlich, wer diese schillernde Persönlichkeit ist. Man las etwas von FDP, die sowieso nicht ganz ernst zu nehmen ist, man las etwas von Doktortitel, den vorher auch schon Ex-Verteidigungsminister "Gutti" Guttenberg abgeben musste und dennoch wusste man nicht, was es mit dieser Person auf sich hatte. Silvana Koch-Mehrin galt als Vorzeige-Objekt einer gelben, liberalen Partei, die seit 2009 im Ring der ganz Großen in Deutschland steht. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen, saß im Bundesvorstand der Quietsche-Ente FDP und ist Abgeordnete im Europäischen Parlament. Noch bevor ihr der Doktortitel im Juni mit der Begründung entzogen wurde, dass sie in  "substantiellen Teilen" aus Plagiaten bestehe, gab sie ihren Rücktritt von allen politischen Ämtern bekannt. Im Europäischen Parlament blieb sie dennoch. Nun steht der blonde Wirbelwind wieder auf und sagt an, dass sie um ihren Doktortitel kämpfen werde, auch wenn sie wisse, dass es sich hierbei um ein Plagiat handelt. Sie wolle sich nun wieder mit dem Doktortitel schmücken, denn angeblich sei der Uni Heidelberg bei der Vergabe des Doktortitels bekannt gewesen, dass ihre Dissertation eine Kopie ist. Mehrin betritt also nun die große Bühne der Lächerlichkeit und Blödheit. Im Kontext einer FDP-Politikerin wiegt dies aber nicht ganz so dramatisch. Schließlich sind solche Aussagen der FDP reinster Alltag. 

Vielmehr interessanter ist, dass der Artikel der Süddeutschen Zeitung über den Kampf Koch-Mehrins unter dem Ratgeber-Feld "Job & Karriere" aufgeführt wird. Sozusagen ein peinliches Beispiel für Studenten, wie man es besser nicht macht. Man müsse nämlich aufpassen, dass "Copy & Paste" nicht zum Volkssport wird.