Stuttgart - "Gegen Stuttgart 21", "Gegen Atomenergie": Überall gegen, gegen und gegen. Die "Gegen-Grünen", wie sie neuerlich im Volksmund genannt werden, sind zwar gegen alles, aber ändern tun sie dennoch nichts. 

Sinnbild dieser These ist der neue Stuttgarter Bahnhof, für den nun "grünes" Licht gegeben wurde. Bahnhofsgegner hatten in Frage gestellt, ob der neue in Planung stehende unterirdische Bahnhof wirklich eine "wirtschaftlich optimale Betriebsqualität" bietet und mehr aushält, als der alte geschichtsträchtige Kopfbahnhof. Der eigens dafür getätigte "Stresstest" hat nun gezeigt, dass der neue mehr kann. Erinnert irgendwie an einen Frauenabend: Ist der neue wirklich besser? 

Auf Seiten der schwäbischen grün-roten Regierungsparteien hielt man sich indes bedeckt. Da wählte man im Schwabenländle eine grüne Regierungspartei, was man vorher nicht für möglich gehalten hätte, und der neue Bahnhof wird wohlmöglich doch gebaut. Man darf gespannt sein, welche Auswirkungen dies auf die anstehenden Wahlen in Berlin hat und ob man bei den Grünen irgendwann auch vom "Identifikation-Problem", wie bei der radikal-liberalen FDP, spricht.