Hin und wieder sieht man auch fernab von Hollywood und rotem Teppich ältere Damen, deren Gesichtszüge seltsam starr wirken. Wenn sie reden tut sich im Gesicht recht wenig, man könnte eigentlich ebenso den Dialog mit einer Puppe suchen. Wer sich schon oft skeptisch gefragt hat, wie gebotoxte Menschen überhaupt Beziehungen führen können, wird jetzt in seiner Haltung bestätigt: Tatsächlich nämlich legt das Zeug vermutlich nicht nur Nerven, sondern auch Gefühle lahm. Das zumindest hat der Sozialpsychologe David Neal von der University of Southern California in Los Angeles jüngst herausgefunden. Demnach sollen Menschen, die sich Botox haben spritzen lassen, Gefühle nicht nur schlechter artikulieren, sondern auch schlechter lesen und deuten können. Der Hint dabei ist, dass jeder Mensch die Mimik seines Gegenübers im Gespräch unbewusst imitiert, um dessen Emotionen besser verstehen zu können. Die neuronalen Details sollen an dieser Stelle mal außen vor gelassen werden, Fakt ist aber: Wo im Gesicht nix zuckt, kommt auch im Hirn wenig an. Was tun dagegen? Nun, entweder, die Finger ganz von dem Zeug lassen und in aller Ruhe und Gelassenheit gemeinsam faltig werden, oder aber sich seinesgleichen suchen und einfach mal gemeinsam nichts fühlen.