Facebook ohne Moral

Dass einige Menschen im Geschichtsunterricht nicht richtig aufgepasst haben, könnte eine Ursache dafür sein, dass der Holocaust geleugnet und nicht für wahr erachtet wird. Wie anders sollte man sich dieses Gehirngespenst, in Anbetracht der zum Beispiel unzähligen Zeitzeugen, erklären? Dass aber das soziale Netzwerk Facebook eine Gruppe nicht löscht, die den Holocaust verleugnet, wirft schon mehrere Fragen auf. 

Eine Gruppe jüdischer Überlebender des Holocausts wollte, dass Facebook Gruppen und Seiten von Nutzern löscht, die den Holocaust leugnen. Das soziale Netzwerk entschied nun, die Seiten nicht zu löschen. Die Diskussion darum erinnert an das Spiel zwischen Lehrer und Schüler, schließlich wisse Facebook - denkt man zumindest - dass es dieses Martyrium vergangener Zeit wirklich gegeben hat. Wieso schlägt das von vielen scherzhaft genannte „Gesichtsbuch“ dann nicht auf die Finger derer, die verbreiten, dass es dieses Gemetzel nicht gegeben hat? Laut einem Sprecher des Unternehmens sei das Problem intensiv diskutiert worden, allerdings verstoße die Leugnung des Holocausts nicht gegen die Geschäftsbedingungen. Weiter machte Sprecher Andrew Noyes deutlich, dass es einen Unterschied zwischen Gewalt-Aufrufen und Meinungen gibt, die „faktisch falsch sind“. Damit wolle Facebook Aufklärung leisten, so der Sprecher weiter. Pädagogisch höchst wertvoll, zumal die vermittelten Inhalte falsch sind. 

Rücksichtnahme auf die Angehörigen der Holocaust-Opfer? Fehlanzeige. Moralapostel werden von Facebook auf das Recht der Redefreiheit verwiesen. Facebook - stay in contact.