Studiengebühren und Ausbildungskosten können abgesetzt werden. Das entschied der Bundesfinanzhof am heutigen Tag. Dass das nicht unbedingt alle positiv sehen, sagt Markus Rottluff (26). Er ist Student der HTW Berlin im Fach "Public Management". Sein Kommentar: 

Heute entschied der Bundesfinanzhof, dass die Ausbildungskosten steuerlich gelten gemacht werden können. Eine Himmelsnachricht für diejenigen, die im Anschluss an ihre Ausbildung eine Arbeit finden. Dem Staat gehen somit Milliarden von Euro durch die Lappen. Er kümmert sich ja in erster Linie schon darum, dass alle, die die Voraussetzungen überhaupt erfüllen, kostengünstig eine Hochschule besuchen können. 

Ein Blick ins Vereinigte Königreich:  Im Dezember 2010 wurde dort entschieden, dass die Hochschulen in England und Wales eine Studiengebühr von bis zu 9000 Pfund pro Jahr einholen und verlangen können. Ach gutes Deutschland - hier beträgt die Gebühr für eine staatliche Hochschule maximal 1000 Euro (ca. 900 Pfund). Da der Euro dem Pfund derzeit im Kurs nah liegt, sind das ca. 9000 Euro, die ein Student in Deutschland im Vergleich zu einem Studenten in England nur an Studiengebühren einspart. 

Weil natürlich jetzt alles Mögliche abgesetzt werden kann - wie Computer, Bücher, Kugelschreiber, Radiergummi und vieles mehr - freuen wir uns darüber, dass viele Hochschulen von innen einem Trümmerhaufen ähneln, die Toiletten an die 70er Jahre erinnern und kaum Geld für Modernisierungsmaßnahmen da ist, geschweige denn für einen Ausbau. Denn dann würde auch einmal der 543. Student bei einer Vorlesung nicht mehr im Gang sitzen.  

Armes Deutschland.