Kreuzberg gewinnt zum ersten Mal

Was machen Berliner an einem Sonntagnachmittag im August? Kaffee trinken, spazieren in einen der unzähligen Parks oder einfach nur die Sonne auf Balkonien genießen, könnten nun die Antworten sein. Sicherlich tun das viele, allerdings traten die meisten zu einem ganz besonderen Kampf auf der Oberbaumbrücke an. Glaubt man dem sozialen Netzwerk Facebook, waren es genauer geschrieben 2.546 junge Menschen, die sich faules Obst gegen die "Birnen" warfen. 

Laut der Internetseite "xhain.info" sei alles erlaubt gewesen, "was weich und glitschig ist". Zwei Tage zuvor wurde die "Brückenschlacht", wie sie auch genannt wird, von den Veranstaltern abgesagt, weil man "die Sicherheit nicht gewährleisten konnte". Eigentlich sollten auch Parteien, wie die "Piratenpartei", "Die Partei" und "Die Pogo-Anarchisten" teilnehmen. Da die Schlacht nun vorzeitig offiziell abgesagt wurde, nahmen sie nicht teil. Im Internet rief man dennoch dazu auf, die Brücke selbst zu sperren und die Veranstaltung durchzuführen. Das taten sie dann auch. So zogen die Aktivisten, ausgerüstet mit Schutzschilden aus Pappe und lauter faulem Obst und Gemüse, los zur Oberbaumbrücke. Auf der einen Seite Friedrichshain, auf der anderen Kreuzberg. 

Am Ende gewann Kreuzberg zum ersten Mal den Kampf, der seit 2004 in unregelmäßigen Abständen zum vierten Mal stattfand. Nun sei an der Stelle die Frage nach dem Sinn gestattet, warum sich tausende von Menschen, faules Obst und Gemüse, Mehl und Wasser an den Kopf werfen. Laut den Veranstaltern geht es "um die Vorherrschaft im zwangsvereinigten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg". Und weil sie sonst nichts anderes zu tun haben, hängt nun die Flagge von Kreuzberg hoch im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.