Mitch Winehouse gründet Stiftung am 14. September - Winehouse Geburtstag

Erschreckend, wie schnell man in der heutigen Klatschpresse in die letzten Seiten abrutschen kann, die häufig gern als Lückenfüller genutzt werden. Wer vor zwei Monaten bei Google Amy Winehouse eingab, fand schnell hunderte von Fotogalerien mit der Überschrift "Amys Leben" oder aber man konnte an den Spekultationen über die Gründe ihres frühzeitigen Abblebens teilhaben. Diese Teil-Freudigkeit, unlängst auch aus dem sozialen Netzwerk Facebook durch den "Teilen"-Knopf symbolisiert, fing bei Horror-Drogenmixen aus Heroin, Ecstasy, Ketamin und Kokain an und fand bis noch vor kurzer Zeit kein Ende - vergeblich sucht man nun nach neuen Erkenntnissen zu dem Tod von Amy Winehouse.

"Wer suchet, der findet"

Nur der wird eben belohnt, der mehr als nur pseudo-kulturell die Titelseite seiner szene-intelektuellen Zeitung liest. Denn die Geschichte um den Tod der Sängerin ähnelt der Biografie selbiger: Kaum erwachsen, unzählige Preise gewonnen, sage und schreibe zwei Alben produziert, dann abgestürzt im Drogensumpf und in die hintersten Ecken sämtlicher Presseerzeugnisse verfrachtet. Außer bei Boulevardzeitungen, die sich äußerst gern mit dem Chaos-Leben der Soul-Diva beschäftigten, erfreute sich das Video mit der Crackpfeife, der äußerst angeheiterte Ausflug in einem englischen Pub oder aber der Skandal-Auftritt in Belgrad großer Beliebtheit. Die hierzulande als "seriös" geltenden Zeitungen schenkten dem wenig Beachtung. Nun aber stürzte sich Pressedeutschland vor fast zwei Monaten auf den Tod der Sängerin: ein gefundenes Fressen. 

Fragt man sich nun, woran Amy Winehouse so früh mit 27 Jahren aus dem Leben schied, findet man in einem Statement von Mitch Winehouse die Antwort: "Sie hat Libirium genommen. Das ist ein Entspannungsmittel, das man Leuten gibt, die auf Entgiftung sind. Aber es erhöht die Gefahr von Krämpfen", sagte er dem "Daily Mirror", eine - wer hätte es anders gedacht - britische Boulevardzeitung. Laut dem Vater der Sängerin hat sie in der Nacht ihres Ablebens eben solche starken Krämpfe gehabt, bei denen ihr allerdings keiner helfen konnte. Die toxikologische Untersuchung ergab, dass Amy Winehouse zum Zeitpunkt ihres Todes keine illegalen Drogen zu sich genommen hatte. 

In zwei Tagen - am 14. September - wäre die Sängerin 28 Jahre alt geworden. An diesem Tag ruft ihr Vater Mitch Winehouse eine Stiftung mit ihrem Namen ins Leben: Sie soll jungen Menschen dabei helfen, von Drogen und Alkohol wegzukommen.

Einen ausführlichen Artikel über Amy Winehouse und die Camdener Szene findet Ihr hier ...