Ein milder Tag im Herbst soll es werden, die Sonne wird scheinen – 17 Grad sagen die Meteorologen für den kommenden Samstag, 5. November voraus. Die letzten Blätter werden von den Bäumen auf die Straße fallen. Das Wochenende und das Wetter lockt mit warmen Temperaturen: Zeit für einen Spaziergang mit den Kindern, ein letztes Treffen mit Freunden im Park, bevor der Winter einzieht. 

Und endlich wird man auch einmal Zeit für solche Aktivitäten haben, glaubt man der Video-Ansprache der Hackergruppe Anonymous: "Das Kommunikationsmedium, das ihr alle so von Herzen bewundert, wird zerstört. Bereitet euch auf einen bedeutenden Tag vor, der in die Geschichte eingehen wird." Demnach soll die "Operation Facebook", wie der Plan auch genannt wird, am 5. November, also an jenem lauen Herbsttag stattfinden. 

Anonymous kritisiert Facebooks Umgang mit den Daten seiner Nutzer. "Facebook weiß mehr über dich als deine Familie", erläuterte die Gruppe in dem Video. Der "Feind der Freiheit", wie sie Facebook auch nennen, verkaufe die Nutzerdaten laut Anonymous an Regierungen und Unternehmen. Besonders kritisch sehen die Internetaktivisten die Speicherung der Nutzerdaten auch nach der Löschung des Benutzerkontos beim "Gesichtsbuch". 

"Wenn du Aktivist bist oder auch nur ein Typ, der die Informationsfreiheit schützen will, dann schließ dich der Aktion an und töte Facebook zum Schutz deiner Privatsphäre." Durch ein neues Programm, welches von der Hacker-Gruppe entwickelt wurde, soll sich der zentrale Server von Facebook infizieren und immer wieder Daten an sich selber schicken, bis es dann schließlich zu einer Überlastung und Zerstörung des Servers kommt. 

Fraglich allerdings, ob diese Methode wirklich greifen wird. Schließlich hat Facebook nun alle Zeit der Welt, sich vor den Angriff von Anonymous zu schützen. Außerdem gehört der Server von Facebook mit seinen 750 Millionen weltweiten Nutzern zu den leistungsstarken seiner Art. 
Am 5. November 1605 wollte ein gewisser Guy Fawkes durch ein Attentat auf das englische Parlament, den König ermoden. Ihm ging es um die Unterdrückung der katholischen Kirche in England, unter der viele politische Gefangene im London Tower gefangen waren. Diese wollte Fawkes befreien, was ihm allerdings nicht gelang. Dennoch gilt der gescheiterte "Gunpowder Plot" als besonders historisches Ereignis. In einer Verfilmung als Comic "V wie Vendettea" wurde 2005 das geschichtliche Ereignis als Thema genommen. Der Hauptdarsteller trug eine Guy-Fawkes-Maske – das Zeichen von Anonymous. 

Ganz egal ob die Aktivisten Facebook am Samstag stürzen werden, kann man sich trotzdem gegen das Facebook-Regime auflehnen und an diesem Tag die frische Luft genießen – das Wetter soll wie gesagt schön werden.