Geschichten von Herrn K.

Probleme, die wir auch gern hätten. So oder anders sollte der zweite Teil unserer neuen Rubrik „Geschichten von Herrn K.“ lauten. Über den Namen streiten wir noch immer, weil wir uns uneinig sind, ob wir wirklich solche Probleme haben wollen, wie die Personen, die hier vorgestellt werden. Dann doch lieber richtige, handfeste Probleme, über die es sich zu reden lohnt.

Lang lang ist es her, dass sie unsere Gehörkanäle von Ohrenschmalz befreit und uns durch ihre atemberaubende Stimme verzaubert hat. Jetzt, wo Mariah Careys Lieder nur noch auf romantischen Veranstaltungen zu zweit durch die Lautsprecher säuseln, lohnt es sich allemal, einen Blick auf die heute 41-jährige Diva zu werfen. Würde man sich sicher sein können, dass Carey sich diesen Artikel durchliest, würden ein Anruf oder gar eine Klage nicht unwahrscheinlich sein. Schließlich prangt ein Satz weiter oben ihr Alter. Schade und bedauerlich zugleich für sie, dass es noch keine Zeitmaschine gibt, die ihr Alter wegretuschiert. Und wenn es sie geben würde, könnte man sich sicher sein, dass sie die erste wäre, die sie kaufen würde. Den Ruf der Oberzicke wird sie aller Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden 41 Jahren nicht mehr verlieren, dafür hat sie mit ihren Star-Allüren gesorgt.

Wann hört das Starsein auf und wann fängt die Beklopptheit an?

Zählt man Mariah Careys Probleme auf, merkt man schnell, dass man wohl Tage, vielleicht auch Jahre, braucht, bis man ihr Seelenkonstrukt verstanden hat. Es braucht einen eigentlich auch nicht zu verwundern, dass Frau Carey unendlich viele Personal Assistents, kurz PA‘s, hat, damit sie sich nicht einen Fingernagel abbricht. Denn mit ihrer Musik, das darf an dieser Stelle gesagt werden, ist sie mehr als erfolgreich und zählt deswegen zu den drittbesten Sängerinnen der amerikanischen Geschichte. Wahrscheinlich aber sind ihre Nägel, vielleicht auch ihr gesamter Körper, sowieso schon mit einem der sonstigen Menschheit noch unbekannten Lack versehen, der dafür sorgt, dass sie die Torturen, wie Unterwäsche wechseln, auf Toilette gehen oder sonstiges unbeschadet übersteht, sollte dies nicht einer ihrer Assistenten für sie übernehmen. Wobei an dieser Stelle auch nicht verwundert, dass nur die besten Kosmetikstoffe in den Genuss kommen, der Sängerin Leid zu pflegen. Gebadet wird dabei natürlich nur mit einem besonderen französischen Mineralwasser, damit Carey auch noch mit 40 jung, frisch und wie aus dem Ei gepellt aussieht. Schade, dass sie der Menschheit das Endresultat ihres Sprachcomputers vorenthält und deswegen vor nunmehr zwei Jahren das letzte Lied rausgebracht hat. Dieser Computer jedenfalls soll ihre zarten Stimmbändchen schonen. Wenn Madame Carey die Güte hat, sich bitten zu lassen und in einem Tophotel zu übernachten, muss natürlich alles reibungslos laufen. Doch manchmal kann man den Ansprüchen nicht gerecht werden, weil man auch nichts anderes zu tun hat, als sich bei mehreren Gästen natürlich nur um Mariah Carey zu kümmern. So geschehen in einem Londoner Hotel, in dem vergessen wurde, einen roten Teppich auszurollen und weiße Kerzen anzuzünden. Die Prominenz dankte es persönlich und ließ sich mit ihrer Limousine so lange durch London kutschieren, bis der Teppich ausgerollt und die Kerzen angezündet waren. Grund: Sie weigerte sich, über den schmutzigen Boden zu laufen. Anreisen von Mariah Carey gleichen der einer Königin. Wahrscheinlich träumt sogar Queen Elizabeth vom Hofe der amerikanischen Sängerin. In dem Londoner Hotel jedenfalls ließ sie sich 15 Räume allein für ihre Angestellten reservieren. Bei einem Auftritt in der britischen Sendung „GMTV“ ließ sich Carey „von zwei Leuten auf das Sofa setzen, damit ihr Kleid nicht zerknittert“, sagte die Moderatorin Kate Garraway der englischen Tageszeitung „Daily Mail“. Und als ob das  noch nicht genug wäre: „Ein anderer ist ständig rückwärts vor ihr her gelaufen, um sie aufzufangen, falls sie stürzen sollte.“ Dass Mariah Carey bei der Sendung natürlich nur von ihrer Schokoladenseite gezeigt werden durfte, scheint dabei klar zu sein. Und deshalb mussten ihre vielen Assistenten um das Kamera-Team herumstehen, damit sie sicherstellen konnten, dass auch keine Falte ihr makelloses Gesicht ins schlechte Licht rückt.

Seit Mai diesen Jahres muss Mariah Carey allerdings mit anpacken, denn seitdem springen zwei weitere Menschen in ihrem Umfeld rum – ihre eigenen Kinder: Die Zwillinge Moroccan Scott Cannon und Monroe. Allerdings scheint ziemlich sicher, dass es auch für die beiden einen ganzen Hofstaat an Betreuern gibt. Vielleicht schafft es die Diva neben den täglichen Herausforderungen, ein paar neue Lieder aufzunehmen. Die Musikwelt und ihre Fans würde es sicher freuen.