Die einen mögen ihn saftig, die anderen lieber kross. Mal ohne Zwiebel, mal mit. Mal nur mit Fleisch, mal ohne. Mit Chicken? Nein, normal. Den Döner gibt es in sehr unterschiedlichen Varianten. Doch wo er nun herkommt, weiß niemand so genau. Meist wird gesagt, dass es eine Vermischung aus Gyros, also aus Griechenland, arabischem Schwarma und dem türkischen Hammelfleisch ist. Ungeachtet der Tatsache, ob der Döner nun wirklich aus der Türkei, Griechenland oder Arabien kommt, besuchen wir augenscheinlich das Land  der meisten „Dönnermänner“, wie sie hierzulande umgangssprachlich bezeichnet werden: die Türkei.

Die Türkei ist das Land zwischen zwei Kontinenten. Besser geschrieben bedeutet das eigentlich, dass Istanbul – nein, das ist nicht die Hauptstadt – zwischen Europa und Asien liegt. Getrennt wird die Stadt vom Bosporus, der Meerenge zwischen den beiden Kontinenten. Und hier trifft man auch gleich auf das Herz der türkischen Bevölkerung: Istanbul. Die Stadt mit den zwei Herzen, dem europäischen und asiatischen Herz, ist zwar nicht Hauptstadt des Landes mit dem Halbmond, dafür allerdings die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei mit ihren 12,8 Millionen Einwohnern.

Für denjenigen, der also die Türkei besucht, für den ist ein Aufenthalt in Istanbul Pflicht – schließlich muss man auf einer Rundreise auch die einzige Stadt der Welt kennenlernen, die zwischen zwei Kontinenten liegt. Und weil man hierzulande, wie beispielsweise in Köln, darüber lästert, dass die hier türkisch-stämmigen Einwohner eine Moschee bauen wollen, die größer als der Kölner Dom ist, der sollte einmal nach Istanbul fahren, damit er nicht immer nur in seiner eigenen Sippe schwimmt. Dort nämlich weiß niemand so genau, wieviele denn nun in Istanbul stehen. Angaben schwanken oft zwischen 500 und 1000 – es sind jedenfalls ziemlich viele. Istanbul ist außerdem in gewisser Hinsicht das türkische Berlin. Der Tag beginnt eigentlich erst am Abend. Dann nämlich, wenn das Nachtleben pulsiert – besonders in Taksim, dem Szene-Bezirk im ehemaligen Konstantinopel. Hier rennt jetzt alles herum, was Beine hat. Hier hört man eine Wasserpfeife, da schiebt ein anderer Popcorn mit einem Karren durch die Gegend und wohin man auch schaut, sitzen Männer, die Brettspiele spielen. Wem das zu viel Hektik und Stress ist, kann sich noch einmal an den Bosporus bewegen und die gülden reflektierenden Lichter der Abendsonne auf dem Wasser genießen – dabei ein Raki, das Nationalgetränk der Türkei, und ab in einen der vielen Clubs. Nichts anders als woanders: Bumsmusik.

Wer lieber einen erholsamen als stressigen Urlaub in der Türkei verbringen möchte und so eine deftige, billige Pauschalreise in der Türkischen Riviera erleben möchte, sollte woanders hin. Also genau dorthin, wo es trotz Katzensprung zum Meer noch Hunderte von anderen Pools zum Planschen gibt. Wer das will, der kann sich natürlich gerne auch auf einer Hotelliege die nette Farbe der Tomate holen. Die Qual der Wahl hat man bei den Meeren allerdings. Wer das Mittelmeer mag, muss in den Süden – wer mal was außergewöhnlicheres als der Durchschnittsdeutsche machen will, der fährt zum Schwarzen Meer in den Norden – man ist ja schließlich individuell.
Und weil man sich Ägypten und die Sphinx nicht leisten konnte, fährt man zum Tempel der Artemis in Ephesos und dem Mausoleum von Halikarnassos in Bodrum. Dann hat man nämlich gleich zwei Weltwunder, die man mit der Digitalkamera nach Hause nehmen kann.

Wem das zu wenig ist, der sollte an die Grenze zu Griechenland fahren. Bekannter Weise sind diese beiden Länder die besten Freunde und reichen sich seit Jahrtausenden die Hand – Völkerkunde mal im anderen Sinne. Nein, natürlich nicht. Wer also mal den ein oder anderen Döner Richtung Akropolis – bald sowieso nicht mehr im griechischem Besitz, dank Finanzkrise – schmeißen will, der ist an der Stelle genau richtig aufgehoben. Besonders jetzt, wo die Griechen so viele Schulden gemacht haben und in der EU sind, die Türken dafür nicht, ist es der ideale Zeitpunkt zwischen beiden Völkern zu schlichten. Vielleicht verdient man sich ja einen goldenen Döner. Gut, zu viel Ironie sollte an dieser Stelle nicht benutzt werden – das haben besonders unsere türkischen Mitbewohner nicht verdient. Obwohl: Griechen und Türken scheinen sich hierzulande prächtig zu verstehen – besonders beim Imbiss.

Sollte man jedenfalls auch noch nach diesem Artikel vorhaben, in die Türkei zu fliegen, ist dringend von türkischen Airlines abzuraten. Sie sollen nicht unbedingt die besten – gerade auch in Sachen Sicherheit – sein. Und dieser Sicherheitshinweis ist nun einmal völlig ernst gemeint.