„Abgemacht Mutti; ich bin gegen 20 Uhr zu Haus.“

Und das war‘s. Kein nerviges Anrufen und Fragen, wo man bleibt. Ja, keine Ortung via GPS, die es doch tatsächlich möglich macht, herauszufinden wo das eigene Kind gerade ist, bei wem es womöglich ist, was es dort womöglich tut. Wir genossen das Vertrauen unserer Eltern. Um diese natürlich nicht zu enttäuschen, hielt man sich an die Absprache. So einfach war das. Eine gewisse Freiheit, ohne Handy aufzuwachsen. Doch heute kennen wir die Vorteile dieses Gerätes, welches eigentlich so gar nicht „smart“ in der Hosentasche liegt, nur zu gut; erquickend in der SLYLE-Ausgabe vom Dezember von Benjamin Köhler beschrieben. Ein einfacher Blick auf den mobilen Alleskönner und man weiß nicht nur wie das Wetter übermorgen wird, sondern auch gleich die Ergebnisse des letzten Bundesligaspieltages.

Schon auf dem Weg zum Sportplatz kickten wir damals den Ball zwischen den Autos hin und her. Heute sieht man auf dem Sportplatz nur noch Kinder mit ihren eben beschriebenen portablen Telefonzellen; sich Musik vorspielend und Videos anglotzend. Damit sind wir natürlich auch groß geworden; doch wenn es an der Haustür klingelte, dein Freund vor der Tür stand und fragte, ob du nicht Lust hättest zu spielen, so fiel die Entscheidung nicht schwer sich von Windows 98 zu lösen und dem gemeinsamen Hobby zu frönen. So musste Leisure Suit Larry oder dein gerade erstellter Sim pausieren.

Die Generation Y. Ein Jahrgang, der sich ständig mit dem Wechsel, dem Wandel konfrontiert sieht. So erlebten wir nicht nur den Übergang von der Deutschen Mark zum Euro, Leben ohne Hast hin zum allseits erreichbaren Smartphonetrend und den Jahrtausendwechsel, wir wuchsen eben auch mit den Anschlägen am 11. September auf, einem Ereignis, das die Zeit in der wir lebten doch grundlegend veränderte, einen Wandel der bestehenden Verhältnisse der Welt darstellte. Was bedeutet das eigentlich? Sind wir die flexibelste Generation? Sind wir es, die sich an neue Situationen am Besten anpassen kann, auf Grund erlebter Wandel?

Fest steht, dass dieser Wandel einen Raum erwachsen lässt. Einen Raum, in dem man sich zu orientieren versucht. Entweder entschließt du dich, dich dem Hightechtrend anzuschließen, oder bleibst beim Festnetzanschluss; du hast die Wahl zwischen DSL 16000 oder keinem Internet. Du kannst jederzeit flexibel an jedem Ort der Welt für dein Unternehmen arbeiten oder in der Nähe deines zu Hauses. Kommuniziere online, per ICQ, Twitter, Facebook, Skype oder triff dich real mit deinen Freunden. Uns liegt also eine große Spannbreite an zu treffenden Entscheidungen in jeglicher Situation zu Füßen.

Daraus erwachsen natürlich Anforderungen. Und das an jede vorstellbare Branche der Wirtschaft. Ein Versandhaus muss heutzutage einfach einen Onlinestoreverkauf anbieten. Wer bestellt sich noch dicke Kataloge ins Haus? Reisen online buchen? Kein Problem im World Wide Web. Generation Y also erneut im Konflikt. Um den erwachsenen Anforderungen dieser Generation gerecht zu werden, suggerieren Unternehmen eine immer bereit stehende Palette von Angeboten.

Selbst die Computerspielhelden der Zeit befinden sich im Wandel. Unsereins musste sich an ständig wechselnde Darstellungen gewöhnen. Spielten wir Tetris, rauschten die Quadrate und verwinkelte geometrische Gebilde vor grauem Hintergrund und nervender Musik zu Boden. Im nächsten Spiel steuerten wir zwei italienische Klempner durch eine Welt voller Pilze, die dich wachsen ließen. Der Gameboy wurde bunt und so fingen wir bald kleine, farbenprächtige japanische Monster mit unseren Pokébällen ein. Diese entwickelten sich irgendwann zu Digimons und auf einmal sehen wir die in 3D vor uns; bzw. auf den Bildschirmen der Nintendo 3DS von unserem Neffen oder unserer Nichte.

Der stetige Wandel hält also an. Wir passen uns weiterhin an. Wir kaufen eReader, umweltfreundliche Autos und eben 3D-Fernseher. Wandel kann uns also nichts anhaben.

Resistent gegen jegliche Art Veränderung, gehen wir weiterhin angepasst unseren Weg. So können uns Wissenslücken nicht anhaben – denn Wissen ist online verfügbar; das Bedürfnis nach einem bestimmten Musikstück wird durch Musikstreams allzeit bereit befriedigt; egal ob der nächste Kunde 400km weit entfernt arbeitet, travelled man mit Hilfe unzähliger Reisemöglichkeiten hin. Jeglicher Herausforderung ist ein Lösungsszenario gegenüber gestellt. Der Vertreter der Y-Generation erlernt sie zu nutzen. Wir haben, wie schon betont, ganz andere Wechsel erlebt.

Wenn dem so ist, sollte der Millenniumsgeneration eine rosige Zukunft bevorstehen.
So sollte es doch eigentlich auch möglich sein, aktuelle politische und wirtschaftliche Hürden zu überwinden; seinen Lebensstil den ökologische Herausforderungen der Zeit anzupassen.

Dem Trend des Social Networking entgegen zu treten und einfach seinem Freund, der an der Haustür klingelt und dich zum Spielen abholen will, keine Absage zu erteilen, sollte mit Blick zurück ebenfalls realisierbar und wünschenswert sein.