Noch vor dem Redaktionsschluss der letzten Ausgabe war nicht klar, wer als „Dschungelkönig“ den australischen Free-TV-Urwald bei RTL als Sieger verlässt. Nun, ein paar Wochen nach dem Ende des alljährlich wiederkommenden Tiefschlags, lohnt es sich, den Sieger dieser brotlosen Kunst hier zu präsentieren und wer sollte es anderes sein als Brigitte Nielsen.

Brigitte Nielsen – das ist die einzig ehrwürdige Amazonin aus dem australischen Freiluftgehege. Nach ihrer Kür als Königin des Dschungels steigt sie nun wie ein Phoenix aus der Asche und darf sogar mit Richard „Mörtel“ Lugner zum renommierten Stargehabe des Wiener Opernballs. Viele, die Deutschland für ein paar Wochen den Rücken kehrten und in RTLs Quotenkracher „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ zu sehen waren, sind Menschen, die einen Absturz vom Show-Business zum „normalen“ Menschen erlebt haben. Wie gerne hört sich der Zuschauer dann die Anekdoten aus deren Leben an, die zum „tiefen Fall“ beigetragen haben. Bei Brigitte Nielsen lohnt es sich, an den Anfang ihrer Karriere zu gehen und die Nielsen von hinten aufzurollen. Ruhm und Ehre verlieh ihr ihre zwei Jahre andauernde Ehre mit „Rocky“- und Hollywoodschauspieler Sylvester Stallone. Gut lächeln konnte die damals noch sehr junge Brigitte neben ihrem Mann, der seine Karriere erst so richtig zum Laufen bekam. Natürlich profitierte sie davon. Und auch in Deutschland schien sie nun mehr in das Rampenlicht zu geraten. Dass sie auch in „Rocky“ mitspielte, interessierte so richtig niemanden.

Ihre Rollen verdienen auch keine so richtige Erwähnung. Sie spielte nicht nur in „Rocky“ mit, sondern in anderen namhaften Produktionen. Dafür wurde sie mehrfach als „schlechteste Schauspielern“ nominiert und auch ausgezeichnet. Viel mehr Erfolge hatte sie mit der Modelei. Ein paar Jahre vor ihrer Ehe mit Stallone stand sie schon auf den Laufstegen und arbeitete mit Versace oder auch Armani zusammen. Nach den gefloppten Versuchen als Schauspielerin, machte sie sich mehr als erfolgreich wieder an die Mode. Eine Aufnahme des berühmten Fotografen Helmut Newton aus der Mode-Zeitschrift „Vanity Fair“ schaffte es in den teuersten und größten Bildband der Welt „Sumo“.

Dass allerdings schon damals die Fernsehzuschauer aus Deutschland keinen wirklichen Geschmack bewiesen, zeigte die Popularität, die Nielsen in Deutschland genoss. Denn in Deutschland wurde sie für ihre Filmrollen drittbeste Schauspielerin und erhielt von der Jugendzeitschrift „BRAVO“ den bronzenen Otto. Auch auf dem Männermagazin „Playboy“ war sie oft zu sehen. Modeln konnte Frau Nielsen immerhin gut.
Der Erfolg in Deutschland erklärt, wieso sie bei der neuerlichen TV-Sendung zeigte, dass sie sehr fließend Deutsch sprechen kann. Denn die gebürtige Dänin hatte wohl nur richtig in Deutschland Erfolg. Und wenn schon wenig Zielgruppe vorhanden ist, dann sollte man sich wenigstens um diese eine kümmern.

Zwischendurch flossen die Jahre der Nielsen dahin. So richtig Erfolg brachten auch die Auftritte als Sängerin nicht ein. Insgesamt wäre es wohl nicht schlimm, wenn man Nielsen als das „fehlgeschlagenste Multitalent“ der Welt bezeichnet. Unvergessen bleibt ihre Show „Aus alt mach neu – Brigitte Nielsen in der Promi-Beauty-Klinik“, natürlich wieder beim Piratensender RTL. So erklärt sich auch das Phänomen, wieso Nielsen auch heute noch aussieht, als wäre sie nicht 48, sondern Ende 20.

Doch dank des Dschungelcamps sahen wir Nielsen auch trotz Schönheits-Operationen so, wie es sich für eine Frau mittleren Alters gehört. Ein Lichtblick also für alle Frauen da draußen, die sich in diesem Alter – mit Verlaub – etwas verschrumpelt fühlen. Eine Hollywood-Größe hat Falten – Wahnsinn. Denn laut Vincent Raven ist Nielsen jene Person im australischen Dschungel gewesen, die als einzige Hollywood-Charakter besitzt. Nun ja – das bleibt lieber ohne Kommentar.
Doch nicht nur einen Vorteil hatte das Camp für sie: Zum Einen verdiente sie sich durch ihren Flug auf den Thron 150.000 Euro und erspielte sich ihre verloren geglaubte Sympathien in Deutschland zurück und zum Anderen fährt nun „Mörtel“ Lugner auf sie ab, der für gewöhnlich eigentlich auf alles abfährt, was jung und bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Auch wenn Fernsehbilder des Lugners Blick vielleicht trüben, so kann sich Brigitte Nielsen glücklich schätzen, dass es heutzutage Schönheitsoperationen und Make-up gibt. Und davon bitte ganz viel.