Er ist ein Singer-Songwriter mit brasilianischen Wurzeln. Momentan wohnt Raphael Comodo quasi im Tonstudio, wo er an seinem zweiten Album arbeitet. Offen für fast alle Musikgenres hat er sich selbst keiner bestimmten Richtung verschrieben. Die Musik klingt deswegen nach vielen Einflüssen von der ganzen Welt. Slyle hat ihn zwischen Gitarrenkoffer und Klavier zum Interview getroffen.

Wie würdest Du Deine Musik beschreiben?

Was den Stil meiner Musik betrifft will ich gar nicht zu spezifisch sein. Ich denke es ist eine Mischung aus Gitarren-Musik, Singer-Songwriter, Pop und Rock. Ich versuche nicht ein spezielles Genre zu bedienen. Vielleicht ändert sich das aber in Zukunft und ich fixiere mich mehr auf eine Stilrichtung. Ich würde auch behaupten, dass ich mich in einer Suchphase befinde. Und weiterentwickeln tut man sich ja hoffentlich immer.

Was bedeutet Musik für Dich? Was ist Deine Intention?

Die Bedeutung von Musik ist glaube ich für jeden eine ganz persönliche und unterschiedliche Sache. Für mich hat Musik einen besonders großen Stellenwert. Ich glaube, dass mit Musik vieles sehr viel einfacher geht. Man kann mit der Musik bestimmte Gefühle abrufen, sich in verschiedenste Stimmungen bringen oder sehr persönliche Assoziationen hervorrufen. Ich hoffe einfach mit meiner Musik genau diese Punkte zu erreichen. Nichts würde mich glücklicher machen als das andere Menschen mit meiner Musik etwas persönliches verbinden und sie dann zuhören, um das Persönliche wieder in Erinnerung zu rufen.

Wie kam es zur Leidenschaft Musik?

Ich hatte schon immer viel mit Musik zu tun. Sowohl in meiner alten Heimat in Brasilien als auch hier in Deutschland. Ich habe verschiedene Instrumente ausprobiert und würde am liebsten alle gut spielen können. Angefangen Musik in einer Band zu machen habe ich als Schulkameraden mich fragten, ob ich Lust hätte bei einem Klassenprojekt mitzumachen. Daraus entstand dann eine Band und neue Projekte wurden geboren, bis ich dann letztes Jahr Lust hatte mein erstes Soloprojekt zu starten.

Woher kommen die Ideen für Deine Songs? Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Das ist immer sehr unterschiedlich. Manchmal fange ich mit einem Song an, wenn ich auf der Gitarre oder am Klavier vor mich hin klimpere. Dann gefällt mir ein Riff oder eine Melodie und darauf baue ich dann auf. Manchmal ist es auch eine Textzeile, die mir einfällt und die ich dann versuche zu vertonen. Manchmal dauert es länger, manchmal dauert es nur ein paar Minuten, bis man eine grobe Idee vom Song hat. Meine Inspirationen, bzw. meine Einflüsse sind natürlicherweise die Musik selbst. Es ist sehr schwer etwas vollkommen neues zu schaffen. Aber ich bin der Meinung, dass das Meiste was wir heute hören eine Abwandlung von bisher Dagewesenem ist. Was ich allerdings überhaupt nicht negativ bewerte.

Hast Du Vorbilder?

Nein eigentlich nicht direkt. Ich bewundere viele Musiker, die einfach gute Musik machen und etwas von ihrem Handwerk verstehen. Mir geht es dabei weniger um das Theoretische, sondern eher um das Vermitteln einer Gefühlsebene. Aber spannend finde ich trotzdem, wenn sich Komponisten viele Gedanken machen, welchen Ton sie gerade für welchen Zweck aufschreiben.

Kannst Du uns Musiker nennen, die du bewunderst?

Ich bin ein großer Fan der Band Muse. Matthew Bellamy und die zwei anderen Jungs von Muse sind richtig gute Songwriter. Sie bedienen sich aus verschieden Genres und schaffen es immer ihren eigenen Stil zu bewahren. Es gibt noch viele andere Künstler und Komponisten, die ich hier nennen könnte. Von Komponisten der klassischen Musik über amerikanische Jazz-Musiker, brasilianischer Populärmusik bis hin zu deutschem Punkrock. Ich höre einfach sehr viel verschiedene Musik und verweigere mich einem Musikgenre nur sehr selten. Deshalb gibt es auch viele Musiker und Komponisten, die ich sehr bewundere.

Was steht als nächstes an? Hast Du laufende Projekte?

Zurzeit arbeite ich an meinem zweiten Album, welches voraussichtlich im August erscheinen wird. Bei diesem Album habe ich im Gegensatz zum ersten mit mehreren Musikern zusammen gearbeitet, was dem Ganzen einen neuen Touch gibt. Ich bin sehr zufrieden mit dem was bisher herausgekommen ist und kann es kaum erwarten das fertige Produkt zu hören. Ich hoffe dann bei diesem Album mit einer ganzen Band auf der Bühne stehen zu können. Daraus entstehen auch oft viele gute Sachen.

Wo siehst Du Dich in drei Jahren?

Ich hab gelernt, dass sich vieles sehr schnell ändern kann. Ich kann nicht sagen was ich in drei Jahren machen werde oder wo ich dann stehe. Ich hoffe es geht in eine Richtung, die mit der Musik zu tun hat. Auf jeden Fall möchte ich musikalisch professioneller arbeiten können und mehr Auftritte machen.

Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg!