„Und was studierst du so?“

„Wirklich? Cool, aber was kannst du damit machen?“

„Taxifahren? Das hört sich großartig an. Du könntest einen mobilen Zigarettenservice einführen... Zaxi, deine Zukunft.“

Nun, über die Tiefe des Kraters der Niveaulosigkeit solch einfallsloser Kreativität lässt sich diskutieren. Doch abgesehen davon, was werden all die Kommunikationswissenschaftler, Soziologen oder Gendermaster tatsächlich eines Tages machen? Wen werden die, in der Theorie dem Sozialen dienenden, Erziehungswissenschaftler ihr Soziales nahe bringen?

Gefangen im Teufelsdreieck der studierten Wissenschaft,  der sich unendlich spiegelnden Möglichkeiten. Eine beklemmende Freiheit, die phantasmagorische Zukunft einer übergebildeten Generation. Wobei übergebildet fühlt sich der Großteil wahrscheinlich auch nicht. Wie man jedoch operationalisisert, Interviews auswertet und Wahrscheinlichkeitsdiagramme abstrakter Gesellschaftsphänomene erstellt, weiß sogar Monsieur: „7 Jahre drittes Semester“.

 Theoretisch können wir alles und gleichzeitig nichts. Denn das Wissen bleibt auf der Strecke, im Rennen von einer Prüfung zur Nächsten, auf der jagt nach Punkten, nach Status und am Ende gibt es nicht einmal Kuchen.

Man schreibt über uns, wir sehnten uns nach Sicherheit und bürgerlicher Sesshaftigkeit. Generation Y, gehören wir Jungstudenten noch dazu oder sind wir nur Nachläufer, die nicht einmal von dem Wunsch nach Halt getragen werden, die irgendwo fern dem Bürgertum und unglücklich im Choas ihren Weg suchen.

„Stell dir vor, du müsstest ein Leben lang den selben Beruf ausführen.“ – „Furchtbar !“  

Es ist eine absurde Angst, aus der heraus sich die Masse in Wissenschaftsstudiengänge flüchtet, die moderne Beweisbarkeit vergöttert und ein Halleluja auf die neuste Technologie singt. Es ist das Eifern nach großem Wissen, das Streben nach der Erfüllung einer Illusion, doch über die Realität nicht fliegen können.

Großvater versteht das nicht und noch weniger, wie man nach fünf  Jahren sich doch für Kunst entscheiden kann, wo man doch kurz vor der Abschlussprüfung stand.

Unter uns gesagt, ich weiß auch nicht genau warum wir uns so zwanghaft der Freiheit verschreiben und nicht merken, wie wir dabei unsere eigenen Fußfesseln schmieden.

Doch es wird Sommer jetzt, also lasst uns das Leben genießen, solange wir es nicht verstehen.