Oldie but Goldie: Videointerview mit Mando Diao

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Akzeptieren im Banner klickst.

Im Berliner Soho House trafen wir Gustaf und Björn von Mando Diao und sprachen mit Ihnen darüber, was Musik für sie bedeutet, was Drake und Bach gemeinsam haben und natürlich über das neue Album Ælita.

Vamos a Madrid!

Sonne, Meer und Sangria: Das ist Spanien. Das ist Madrid – nur eben ohne Meer. Doch die Metropole im Herzen Spaniens hat auch so genug zu bieten. Bestätigen kann das Slyle-Autorin Anita, die in Madrid ein Auslandssemester verbrachte und hier nun ihre Tipps verrät.

Wer den Tag mit einem leckeren Frühstück beginnen möchte, ist im Café Federal perfekt aufgehoben. In entspannter Atmosphäre werden hier Köstlichkeiten wie Tomate-Ruccola-Croissants, Veggie-Frühtücks-Burger oder geröstetes Brot mit Avocado, Sesam und Zitrone serviert.

Federal Café, Plaza Comendadoras 9

 

Klar kann man seine Zeit damit verbringen, Sehenswürdigkeiten wie den Königspalast und den Plaza Mayor zu bestaunen oder sich durch die Touristenmassen auf der Gran Vía, der Prachtstraße Madrids, zu drücken. Man kann sich aber auch herrlich in den Gässchen der Viertel Malasaña und Chueca verlaufen und zufällig in die süßesten Second-Hand-Shops oder Krimskrams-Läden stolpern.  Zwischendurch ein Kaffee gefällig? Am liebsten im Café Toma! Unauffällig in einer Seitenstraße gelegen, überrascht es innen mit (nicht nur) australischen Kaffee-Spezialitäten und täglich wechselnden selbstgemachten Kuchen. Vorsicht, leichte Hipster-Falle!

Café Toma, Calle de la Palma 49

 

Zwei der schönsten Orte Madrids liegen abseits des Stadttrubels. Der weitläufige Parque del Retiro, der wohl bezauberndste Park der Welt, lädt ein, einfach im Grünen zu sitzen, Bötchen zu fahren oder den Rosengarten zu bewundern. Der zweite magische Ort Madrids liegt rund um den Templo de Debod. Das ist ein ägyptischer Tempel mitten in Madrid und schon alleine sehenswert. Doch hinter dem Tempel, mit atemberaubender Aussicht über die Stadt, ist der wohl perfekte Platz, um den Sonnenuntergang zu bestaunen – umgeben von Palmen und vielen verliebten Paaren.

Madrids Leben spielt sich auf den Straßen ab – und in den vielen Cafés und Bars mit Terrasse. Abends trifft man sich in einer der zahllosen Tapas-Restaurants, zum Beispiel in La Alhambra, teilt sich verschiedene Tapas mit Freunden und schlürft dazu fruchtigen Sangria. Oder man gesellt sich zu den zahlreichen spanischen Herren in eine Kneipe und genießt ein Caña, also 0,2 Liter Bier, an der Bar, wozu kostenlos Tapas gereicht werden, und zieht dann weiter, um in der nächsten Bar das gleiche zu tun. Sich durch Tapas probieren kann man auch ganztägig super im Mercado San Miguel, einer Markthalle im Zentrum Madrids.

La Alhambra, Calle de la Victoria 9
Mercado San Miguel, Plaza de San Miguel

 

Jeden Sonntag strömen Massen an Madrilenen und Touristen zum Rastro, dem Flohmarkt im Viertel La Latina, der sich durch mehrere Straßen zieht und das Paradies für jeden Second Hand-Liebhaber ist – sofern man vor 12 Uhr mittags da ist, denn später ist er fast zu überfüllt, um sich gemütlich seinen Weg zu bahnen. In regelmäßigen Abständen kann man auch durch andere aufregende Märkte stöbern, hierfür bieten sich der Rave Market in Nachtclubs oder der Mercado de los Motores im Eisenbahnmuseum bestens an.

El Rastro, rund um Calle de la Ribera de Curtidores

 

Wer sich nach einem prallgefüllten Tag noch ins Nachtleben stürzen möchte, dem seien die Clubs Ocho y Medio, in dem Alternative-Indie-Liebhaber auf ihre Kosten kommen, oder das Mondo, in dem sich nationale und internationale Elektrogrößen die Ehre geben, geraten.

Ocho y Medio, Calle de Martín de los Heros 11
Mondo, Calle de Arlabán 7

Video: Exclusive im Interview

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Akzeptieren im Banner klickst.

Hinter den Kulissen des Helene Beach Festivals trafen wir Exclusive zum Plausch über das Festival, ihre Musik und erfuhren ein kleines Geheimnis.

Für einen Nummer-Eins-Hit machen wir die falsche Musik – Hundreds im Interview

Eva und Philipp Milner haben einen intensiven Sommer voller Festivals hinter sich. Das Elektropop-Duo Hundreds wickelt seine Fans ein in eine melancholisch-rhythmische Klangdecke und verwandelt so auch die wildesten Tanzflächen in kuschelige Wohlfühlwiegen. Kurz vor ihrer Tour im Herbst trafen wir Sängerin Eva und sprachen mit ihr über brüllende innere Stimmen, Überraschungen beim Songschreiben und Geschwisterharmonie.

Der Festivalsommer ist vorbei, ihr hattet viele Auftritte und wart bei manchen Festivals sogar Headliner. Habt ihr den Sommer genossen?

Ja, sehr. Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal Headliner auf einem Festival, das fühlt sich natürlich fantastisch an. Es ist auch nicht so, dass man als Headliner gebucht wird... Wir haben das dann erst an der Schriftgröße auf den Plakaten gesehen.

Ihr habt dieses Jahr euer zweites Album „Aftermath“ herausgebracht. Darin habt ihr relativ viel Zeit investiert, es erschien 4 Jahre nach seinem Vorgänger. Seid ihr da besonders sensibel, was die Reaktionen auf das Album angeht?

Ich finde, es ist wichtig, dass es so ankommt, wie man es sich vorher ausmalt. Klar könnte trotzdem der eine Song, von dem man es nie erwartet hätte, ein Megahit werden. Aber ich habe das Gefühl, dass das Album genau dort gelandet ist, wo wir es haben wollten. Es ist natürlich kein Nummer-Eins-Hit geworden, aber dafür machen wir auch die falsche Musik. Natürlich sind wir empfindlich, aber das hat – glaube ich – jeder Künstler mit einem neuen Album. Aber die Reaktionen waren durchwegs gut. Ich habe schöne Sachen gelesen, wo ich dachte: Ihr habt verstanden, worum es mir geht.

„Circus“ war der erste Song, der für euer aktuelles Album entstanden ist. Er ist weniger elektronisch als der Rest. Mit den anderen Songs habt ihr aber wieder die elektronische Richtung eingeschlagen.

Das stimmt. Wir haben „Circus“ geschrieben und uns danach gedacht: ‚Aha, das ist jetzt etwas total anderes. Was machen wir damit?‘ Wir fanden den Song beide so stark, dass wir in unbedingt auf dem Album haben wollten. Wir haben versucht, ihn noch ein bisschen zu ‚elektronifizieren‘, aber das hat nicht gepasst. Er musste so bleiben, wie er war. Letztendlich ist es die allererste Version, die wir veröffentlicht haben, auch der allererste Gesangstake davon. Ich habe das nie wieder so hingekriegt, wie ich es da gesungen habe. Irgendwie hat der Song immer seine Magie beibehalten. Uns war  klar, dass es mutig ist, den als erste Single rauszuhauen, zumal das Album noch nicht draußen war. Aber es hat funktioniert.

Kannst du dir erklären, wieso „Circus“ genau so geworden ist?

Wir hatten diese Klavierakkorde, die so einfach klingen, aber schon relativ verschroben und komplex sind. Das Klavier ist als Instrument dringeblieben, weil wir damit so viel ausprobiert hatten und uns davon nicht mehr verabschieden konnten. Ich habe dann dazu einmal auf eine große Trommel draufgehauen, was total gut gepasst hat. Und das sind die zwei beherrschenden Instrumente des Songs, zusammen mit  dem Gitarrensound. Aber die Gitarre gab es nie, es ist ein Synthesizer. Es klingt zwar sehr organisch, aber wir sind trotzdem eine elektronische Band.

„Circus“ erzählt von einer inneren Stimme, die einen zweifeln lässt und traurig macht,  und davon, sie loszuwerden. Wie befreit man sich von dieser inneren Last, von Grübeleien und Unsicherheiten, in die man sich verstrickt?

Das ist eine sehr persönliche Erfahrung gewesen, über die ich da singe. Deshalb kann ich nur für mich sprechen, das muss nicht für alle Menschen stimmen. Manchmal muss man sie einfach alle brüllen lassen, die inneren Stimmen. Die inneren Kritiker, die einen versuchen, auseinander zu nehmen. Manchmal muss man sie ausreden lassen, allen zuhören. Bei mir ist dann irgendwann der Punkt erreicht, bei dem es dann umschlägt und ich mir denke: Cool. Ich habe alle eure Standpunkte verstanden. Ist gut jetzt. Ruhe. Ich versuche jetzt, anders zu denken.

Eure aktuelle Single „Our Past“ dreht sich um eine gescheiterte Beziehung und den Schmerz, einen Menschen loslassen zu müssen. Wieso klingt gerade dieser Song so hoffnungsvoll und positiv?

Es hat ja auch sein fröhliches Moment, wenn man endlich erkennt, dass man nicht zusammen passt. Beide können etwas Neues versuchen. Ich sehe dich verschwinden, ich wünsche dir alles Gute.

Trotzdem schwingt auch in eurem aktuellen Album ein wenig Melancholie und Traurigkeit mit, wie man es von euch gewohnt ist. Würdest du dich als besonders gedankenverhangenen Menschen bezeichnen?

Ich bin eine totale Träumerin. Aber das heißt nicht, dass ich depressiv bin oder so. Die Melancholie wohnt schon sehr lange in mir, und ich habe sie sehr gehegt und gepflegt, muss ich sagen. Aber mir geht es gut damit. Es ist kein Traurig-Sein, sondern ein Innehalten und Hingucken. Es erklärt einem ja nie jemand, wie die Welt funktioniert, und wie Beziehungen zu funktionieren haben. Da muss man seinen eigenen Weg durchfinden, und das ist schwierig. Vielleicht kommen die melancholischen Klänge ein bisschen daher.

Du und Philipp seid Geschwister, und ihr wirkt sehr harmonisch zusammen. War das schon immer so, oder hat euch denn das gemeinsame Musikmachen noch enger zusammengebracht?

Eigentlich mögen wir uns überhaupt nicht und tun nur so. Ne, Quatsch. Keine Ahnung. Es wird mir immer wieder gesagt, dass wir sehr harmonisch wirken. Philipp ist ein Mensch, der mich schon so lange begleitet und ich ihn auch. Ich glaube, wir haben uns da ziemlich aneinander angeglichen, was wir über bestimmte Sachen denken. Daher kommt wahrscheinlich diese Harmonie, die manche Geschwister nicht haben. Ich würde es nicht nur als harmonisch bezeichnen, aber nach außen wirkt es vielleicht so. Wir streiten auch viel.

Streitet ihr auch über musikalische Dinge?

Ständig. Klar gibt es auch musikalische Differenzen und Streitpunkte. Aber das ist gut, und die gibt es bei jeder Band. Wir kennen uns so gut, dass man genau weiß, welche Knöpfe man drücken muss um den anderen völlig wahnsinnig zu machen. Manchmal macht es das einfacher, weil man das dann umschiffen kann, aber manchmal kann man sich eben auch ganz bewusst einen reinwürgen.

Kannst du mir zum Abschluss eure Musik in drei Worte fassen?

Oooh... Ne. Also das kann ich wirklich nicht. Das finde ich ganz schwierig. Tut mir leid.

Video: Andhim im Interview

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Akzeptieren im Banner klickst.

Mitten in der Nacht trafen wir die beiden Jungs von Andhim nach ihrem Gig auf dem Helene Beach Festival zum Plausch über Musik, ihre Fernsehgewohnheiten und darüber, dass sie mit dem DJ-Beruf auf einem guten Weg zur Frührente sind.

Helene Beach Festival 2014 – Badespaß und Musikgenuss

Der Slyle-Festival-Sommer ist schier endlos – auch das Helene Beach Festival bei Frankfurt/Oder haben wir uns nicht entgehen lassen! Direkt am schönen Helenesee gelegen lockt das Festival mit Sonne, Sandstrand und Badespaß.

Tagsüber konnte man faul am Strand liegen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und mit den anderen Festivalbesuchern Luftmatratzenrennen starten, während man sich zwischendurch mit Eis, Handbrot und anderen kulinarischen Leckereien den Magen füllte, um eine Grundlage für die lange bevorstehende Nacht zu legen. Größtenteils strahlte die Sonne heiß vom Himmel, sodass dem Urlaubsfeeling, fast wie am Strand von Italien, mit tausenden jungen Urlaubern, nichts im Weg stand.

Von abends bis morgens wurden die musikalischen Bedürfnisse der Festivalbesucher ausgiebig befriedigt. Fünf Bühnen, prall gefüllt mit einer bunten Auswahl aus allem, was der deutsche Rock-, Pop-, Elektro- und HipHop-Markt derzeit zu bieten hat, verwandelten unsere Gehörgänge in abwechslungsreiche Klangkanäle.

An der ausladenden Main Stage konnte man den sanften Schmachttönen von Revolverheld, dem frechen Deutschgesang von Alligatoah, der anmutigen Darbietung der Frauenband Laing, den wilden Deutschrocknummern von Jennifer Rostock oder den einfühlsamen musikalischen Weisheiten von Bosse lauschen, oder aber mit MC Fitti eine Runde ROFL-Copter tanzen. Wer sich etwas weniger Fangedrängel und Publikumsmassen wünschte, war an den kleineren Bühnen am Strand gut aufgehoben. Direkt auf dem Wasser bestach die Desperados Beach Stage mit seiner zauberhaften Lage, aber auch mit Perlen des elektronischen Musikmarktes wie AndHim oder Dirty Doering. Die HipHop-Bühne und die Volton Stage, ebenfalls in perfekter Strandlage, warteten mit Künstlern wie OK KID und den Drunken Masters oder Monika Kruse, Blomqvist und Extrawelt auf.

Helene Beach Festival – ein Strandvergnügen mit gemütlichen 20.000 Besuchern, gelegen an der östlichsten Ecke Deutschlands, lud ein zu einem Bad im Helenesee, und in den musikalischen Tiefen des deutschen Musikmarktes.

Video: Dance On The Tightrope im Interview

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Akzeptieren im Banner klickst.

Auf dem Feel Festival trafen wir die Jungs von Dance On The Tightrope zum Plausch über ihre Musik, alkoholfreies Backstage und natürlich über das schöne Feel-Festival.

Video: OK Kid im Interview

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Akzeptieren im Banner klickst.

OK Kid sind Meister darin, mit Songtexten verträumte Bilder zu malen. „Wir schütten unser Herz ins Glas. Und wenn es leer ist, schauen wir nochmal nach ob noch irgendetwas da ist“, so singt Jonas in „Borderline“, dem ersten Song auf ihrer neuen EP. Mit dieser Platte zeigen die drei Wahl-Kölner, dass sie endlich wissen wer sie sind und wohin sie wollen. Wie man seinen Weg findet, und warum sie sich weder als Sprachrohr für eine Generation, noch als Poeten bezeichnen würden, verraten OK Kid im Interview.

Ihr habt drei Worte gefunden, die die Musik von OK Kid beschreiben? Schreibt sie uns bei Facebook auf die Pinnwand oder bei Youtube in die Kommentare!

In einem Universum aus Tönen, Formen und Farben – Mando Diao im Interview

Mando Diao haben vor Kurzem ihr neues Album „Aelita“ veröffentlicht. Damit zeigen die Schweden mit Hilfe von digitalen und analogen Techniken, mit basalen und exotischen Instrumenten wieder eine neue Seite von sich. Wir haben Gustaf Norèn und Björn Dixgard getroffen und mit ihnen über Technik und Musik, Philosophien und Kreativität gesprochen.

„Schau dir diesen Fisch an. Man muss ihn jetzt füttern!“ Gustaf Norén hält mir sein iPhone vor die Nase. Ein dicker animierter Fisch guckt mir mitten ins Gesicht. Dann zieht er es wieder weg, tippt ein bisschen auf dem Bildschirm herum und blickt den Fisch ganz fasziniert an. Ich bin im Soho House in Berlin, um mit Mando Diao zu sprechen.

Während Tische und Couchen in der riesigen Lounge verschoben werden, um eine gute Interviewkulisse zu schaffen, erfahre ich faszinierende Dinge. Gustaf zieht sich mit seinem iPhone auf einen Sessel zurück. Björn Dixgard kommt in spacig leuchtenden Turnschuhen auf mich zu und erklärt mir, wie praktisch diese Schuhe durch ihre flexible Sohle zum Tanzen sind. Mando Diao sind sehr begeisterungsfähig.

Fliegend im Albumcover

Bevor ich mich richtig auf die Schuhe konzentrieren kann, bekomme ich einen schwarzen, eckigen Kasten auf die Augen gesetzt wie eine Taucherbrille, und fette Kopfhörer auf die Ohren. Im nächsten Moment finde ich mich in einer neuen Welt aus Farben, Formen und Mustern wieder, die um mich herum fliegen und sich drehen, und ich mit ihnen. Es ist das Artwork, das sich auch auf dem Cover von Mando Diaos neuem Album „Aelita“ befindet. Ich fliege durch ein buntes psychedelisches Universum, begleitet von neuen Liedern der Band. Die Künstler haben ein Gesamtkunstwerk erschaffen, das über das bloße Hören der Songs weit hinausgeht.
„Wir haben so viel Technik zur Verfügung! Das Problem ist, dass wir sie nicht nutzen“, sagt Gustaf. „Wir sehen uns auf dem Smartphones Vinylcover an. Das ist eigentlich total unsinnig, wo es doch viel mehr Möglichkeiten gäbe, zum Beispiel ein sich bewegendes Artwork für digitale Geräte.“

Weniger Wissen, mehr Kreativität

Gegenüber neuen Techniken sind Mando Diao sehr aufgeschlossen und neugierig. Das merkt man schon an der Wandlung, die sie musikalisch in ihrer über zehnjährigen Bandgeschichte durchgemacht haben. Sie ließen sich nie auf nur ein Genre festlegen, kombinierten Stile wild durcheinander. „Das ist das Problem heute: Du hast viele Informationen über die Musik, weißt, was welcher Stil und welches Genre ist, was zusammen passt und was nicht. Aber von diesen Gedanken muss man sich lösen. Aber das Herzstück, der Kern ist das selbe: Es sind nur Melodien“, erklärt Gustaf. Björn pflichtet ihm bei: „Manchmal ist ein bisschen weniger Information ganz gut. Dann bekommt bleibt die pure Erfahrung.“ Genau deshalb passe Musik und Intellekt nicht immer zusammen, führt Gustaf aus. Denn Intellekt kreiere Informationen, und Kreativität funktioniere manchmal besser ohne.

Die Philosophie eines Synthesizers

Mando Diao entdecken, spielen, probieren aus. Sie wirken ganz versunken in ihrer eigenen künstlerischen Welt, fasziniert von den Möglichkeiten die es gibt, voller Drang und Neugier herauszufinden, was möglich ist. Ihr Album „Aelita“ ist nach einem russischen Synthesizer benannt, den sie in ihrem Lieblings-Secondhandladen in Stockholm gefunden haben. Dass sie ihre Songs um dieses Instrument herumgebaut haben und dadurch freiheitlich etwas gehemmt waren, verneinen sie aber vehement.

„Es geht um die Philosophie der Aelita und das Gefühl das wir haben, wenn wir sie um uns haben. Wir haben angefangen, sie wie ein Tier zu behandeln“, betont Björn. Denn es benimmt sich wie kein anderes Instrument, das sie je in der Hand hatten. Es benimmt sich sogar ziemlich irrational, wie sie sagen, und manchmal macht es wohl Sounds einfach so von selbst. „Aelita half uns, offene Arme und offene Herzen gegenüber Technologie zu haben. Es als etwas zu sehen, das dir helfen kann, und nicht Angst davor zu haben“, sagt Gustaf.

80er und doch nicht

Auch den 80er-Jahre-Sound, der ihnen im Zusammenhang mit Aelita angehängt wird, will Björn nicht so ganz bestätigen. „Man macht es sich zu leicht, wenn man sagt, es ist 80s Sound, denn manche der Zutaten zu dem Sound gab es in den 80ern noch gar nicht. Dubstep und House, die so in den 90ern entstanden, beeinflussen uns beispielsweise auch. Der Sound, den wir jetzt haben, wäre in den 80ern nicht möglich gewesen.“

So ist also ein Album, inspiriert von einem exotischen Instrument mit Eigenleben. Neu und elektronisch, mit hörbarem 80er-Jahre-Einschlag, der keiner ist. Doch der typische Mando-Diao-Sound der leicht melancholisch klingenden, tanzbaren, griffigen Rock-Melodien, getragen von Björns und Gustafs unverwechselbaren rauchig-schrillen Stimmen, ist unverkennbar herauszuhören. Denn den gibt es trotz aller Neuerfindungen, Experimente und Weiterentwicklungen auch.

Video: Abby im Interview

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Akzeptieren im Banner klickst.

Die Berliner Band Abby spinnt ihre Songs um die Geschichte eines Mädchens. Abby ist das Sprachrohr dafür, was die Musiker bewegt, fühlen und erlebt haben. Gerade schreiben sie am Nachfolger des Debütalbums „Friends & Enemies“. Hier wird Abby auch politisch werden. Autorin Anita fand im  Interview mit Sänger Filou heraus, wie die Geschichte weitergeht, und wie so ein Konzept überhaupt funktioniert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen