Bled White: Feinster Pop aus Mannheim

Hört mal rein – schrieb unsere Autorin Thu und schickte flugs den Link zur facebook-Seite von Bled White hinterher. Well... Halleluja, hands down, praise unsere Autorenschaft, die dem Trend immer zuvor kommt. Heißt konkret: Thu hatte den richtigen Riecher: Seither sind wir süchtig nach dem feinstem Alternativ Pop von Christian Kuehn, David Kirchner und Felix Heinicke. Das Trio ist schon siet der Kindheit musikalisch unterwegs. Das liegt nicht zuletzt an den Eltern. So wuchs man beispielsweise mit Musik auf, weil der Vater Komponist klassischer Musik ist oder weil viel Wert auf sinnvolle Freizeitbeschäftigung gelegt wurde. „Es wurde sich Mühe gegeben, mir das Thema nahe zu legen“, nickt Frontmann Christian. An dieser Stelle also props an Mama und Papa, die alles richtig gemacht haben. Nachdem die Teenager in verschiedenen Bands spielten, sich so ausprobieren und Erfahrungen sammeln konnte, fanden sich die drei Herren irgendwann im Studium zusammen – und das an keinem geringeren Ort als an der Popakademie in Mannheim. Schnell war klar: Christian (Gesang, Gitarre, Klavier, Songwriting), David (Gitarre, Klavier) und Felix (Schlagzeug, Klavier) meinten es wirklich ernst mit der Musik. Kurzerhand schließen sie sich Ende 2013 als Bled White zusammen – und seither wird gemeinsam wunderbarster Alternativ Pop mit Einflüssen aus Post Punk und Dark Wave produziert. Wie das klingt? Irgendwie Ehrlich, filmisch, besonders. Aber hört doch selbst:

Klick:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=280&v=fRAux40uSrY

Eine große Inspirationsquelle für das Songwriting schöpft Christian nämlich unter anderem aus Filmen. Hört man die Musik von Bled White könnte man meinen, diese wären der Soundtrack eines Arthouse Films: künstlerisch, ehrlich, emotionsgeladen und vielfältig. Das merkt man sofort, wenn man Songs wie „Little Details“ oder „Dead Clock“ anhört.

Auch der Bandname ist sehr metaphorisch und künstlerisch. „Bled White ist ein Wortspiel mit zwei grundsätzlich verschiedenen Elementen. Das Rote, das Blut, welches die Leidenschaft, das Umtriebene und das Leben in seinen Facetten beschreibt. Dazu das Weiße, das Reine, das Unantastbare, was die Größe, die Ehrlichkeit und den Pathos des Projekts kennzeichnet. Zusammen wirken die Begriffe zunächst konträr. Wenn man die musikalische Bandbreite der Band betrachtet, spiegelt der Name die Zerbrechlichkeit und gleichzeitig die Größe der Songs in ihrem eigenen Charakter wieder“, erklären die Jungs.

Was die Zukunft betrifft, da lautet auch hier die Devise: Musik. Musik. Musik. Was präziser heißt: Viele Konzerte spielen und noch mehr Musik machen, die den eigenen künstlerischen Ansprüchen an- und entspricht. Soviel sei schonmal gesagt: Bled White sind eine vielversprechende, deutsche Band mit internationalem Sound, der Lust auf Mehr macht. Wärmstens zu empfehlen sind, an dieser Stelle, die EP‘s „Audrey“ und „Romy“ und das „Augen offen halten“ für die kommende EP, welche 2015 erscheint.

Bled White im Interview: „Neue Anfänge benötigen Mut, Überzeugung und Optimismus“

Slyle: Christian, du hast vorher unter den Namen „I Confess“, welches ein Soloprojekt war, Musik gemacht. Seit letztem Jahr ist aus dem Soloprojekt ein Bandprojekt – Bled White – geworden. Wie kam es zu dazu? Siehst du diese Veränderung als eine Art Neubeginn?

Christian Kuehn: Ich sehe diese Veränderung eher als das Resultat eines langen Arbeitsprozesses. Das Projekt Bled White steht unter dem Einfluss einer ständigen Weiterentwicklung. Während des Songwritings und der Zeit im Studio mit Raphael Kistner, dem Produzenten der EP‘s, wurde die Vision des Projekts viel größer, als ich es alleine hätte realisieren können. Der Sound hatte sich zu einem ziemlich vielschichtigen Bandsound weiterentwickelt, da lag es nahe David und Felix mit in das Projekt einzubinden und eine Band daraus zu machen. Seitdem sind wir ziemlich zusammengewachsen und freuen uns zusammen auf der Bühne zu stehen.

Ihr habt vor Kurzem auch eure zweite EP „Romy“ veröffentlicht. Die dritte EP folgt in Kürze. Die Namen der bisher erschienen EP‘s sind weibliche Vornamen: Audrey und Romy. In einem Interview sagtest du, Christian, dass du deine Inspiration unter anderem aus Filmen schöpfst und womöglich liege ich jetzt total daneben, aber sind das hier vielleicht Namen großer Schauspielerinnen? Erzählt doch mal, was steckt dahinter und dem Konzept eurer Trilogie?

Da liegst du genau richtig! Ich lasse mich gerne von Filmen für mein Songwriting inspirieren. Da machte es Sinn die Titel unserer Trilogie dem Thema zu widmen. Die erste EP heißt „Audrey“ und ist offensichtlich an Audrey Hepburn angelehnt. Ich glaube, es ist in jeder Hinsicht sehr einfach Audrey Hepburn zu lieben. Als Stilikone, bildhübsche Frau und herausragende Schauspielerin. Auf „Audrey“ befinden sich vier Stücke, die sehr eingängig sind und eine Art Optimismus in der Schwere der Songs haben, wie in „Bonjour Tristesse“ oder „Don‘t Forget Me“. Unsere zweite EP ist nach Romy Schneider benannt, die in ihrer Karriere einige Höhen und Tiefen durchlaufen musste. Viele wissen gar nicht, dass Romy Schneider nach ihrer Sissi-Rolle eine Karriere in Frankreich startete, wo sie sehr interessante und gute Filme gemacht hat. Das private Leben von Romy Schneider verlief in den letzten Jahren sehr dramatisch, was wahrscheinlich ihren frühen Tod verursachte. Rundum eine interessante Frau, deswegen sollte unsere zweite EP mit Songs wie „Full Moon“ oder „Little Details“ einfach „Romy“ heißen. Zum Titel der nächsten EP sei gesagt – es wird überraschenderweise wieder ein weiblicher Vorname sein.

Ich finde das Thema interessant, da diese Personen für immer eine Art Denkmal und ewiges Bild in Form von Filmen von sich geschaffen haben. Und Nostalgie bei Seite: Letztlich waren sie doch nur ganz normale Menschen, wie du und ich.

Als große Filmfans wäre es doch nicht verkehrt, demnächst mit dem Komponieren von Filmmusik anzufangen, oder? Oder macht ihr das sogar schon?

Schön, dass du das sagst. Wir können uns sehr gut vorstellen Musik für einen Film zu komponieren. Das ist ein spannendes Thema für mich, seitdem ich „There Will Be Blood“ gesehen habe, bei dem Jonny Greenwood die Filmmusik arrangiert hat. Eine geschmackvolle und spannende Symbiose aus Bild und Ton zu erschaffen, wäre eine tolle Herausforderung für uns und würde, denke ich, großen Spaß machen. Steht auf jeden Fall auf meiner persönlichen To Do-Liste.

Man sagt auch: „Aller Anfang ist schwer.“ Welcher „Anfang“ war für euch bis jetzt am schwierigsten?

Ich kann tatsächlich schlecht sagen, welcher Anfang für mich bisher am schwierigsten war, da ich mich häufig recht schwer tue mich an neue Situationen zu gewöhnen. Ich brauche meistens sogar jemanden, der mich da sprichwörtlich mit reinzieht, sodass es keine Widerrede mehr gibt – Freunde, Frauen und so. Dann finde ich alles erst mal eine Zeit lang eher so mittelmäßig, um im Nachhinein fest zu stellen, dass es eigentlich ziemlich gut war. Generell sind für mich also Anfänge schwierig. Aber wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das normalerweise durch, bis ich denke, dass es gut ist – auch wenn es anfangs schwierig scheint. Es hat ja auch immer alles eine Kehrseite: Neue Anfänge bedeuten viel Arbeit und Zeit, benötigen Mut, Überzeugung und Optimismus. Doch wenn man sich dabei treu bleibt, zeigt das Willensstärke und verdient meiner Meinung nach Respekt. Was ich damit sagen will: Auch wenn Anfänge schwierig sind, entsteht daraus oft etwas Gutes. Daran muss man einfach glauben.

Passend zum Heftthema, und wahrscheinlich die Frage aller Fragen am Ende eines Jahres: Was habt ihr euch persönlich und auch musikalisch für das neue Jahr vorgenommen?

Ich glaube, wir hatten uns alle persönlich vorgenommen aufzuhören mit dem Rauchen und Trinken und mehr Sport zu machen. Das wird aber – wie jedes Jahr – wahrscheinlich auf genau so viel rauchen, genau so viel trinken und ein bisschen mehr Sportschau schauen hinauslaufen!

Mit der Band bringen wir zunächst Anfang nächsten Jahres unsere dritte EP raus, deren Single ein schönes Musikvideo bekommen wird. Außerdem haben wir ein weiteres Filmprojekt auf dem Schreibtisch liegen, was wir gerne realisieren wollen. Da arbeiten wir gerade das Konzept und die Umsetzung aus. Dann fangen wir ab Januar wieder an neues Material zu schreiben und schauen mal, wo uns das hinführt. Wir wollen 2015 ein bisschen mehr live spielen und vielleicht was von der Festival Saison mitnehmen. Aber wir werden sehen, wie sich die Dinge bis dahin entwickeln. Wir schauen jedenfalls positiv auf das nächste Jahr und freuen uns neue Projekte mit Bled White anzugehen.

Im Web: www.bledwhite.de
Bei facebook: www.facebook.com/bledwhitemusic
Bei Soundcloud: www.soundcloud.com/bledwhitesc

Mode: The Sexy Kids Revolution

Dass Mode und Musik gut zusammenpassen, beweisen die Jungs von The Sexy Kids Revolution. Das junge Modelabel hat schon mit verschiedenen Künstlern kooperiert. Im entspannten Kreis traf sich unsere Autorin Thu mit Dax und Vitali von TSKR, die im Interview Rede und Antwort standen.

Hallo, stellt euch doch bitte erst einmal vor. Wer seid ihr, was macht ihr und woher kommt ihr?

Dax: Ich bin Dax, wohne seit 1,5 Jahren in Berlin, studiere nebenbei im Master und mache seit knapp zwei Jahren dieses „TSKR Ding“. Seit dieser Kollektion ist Vitali mit dabei. Wenn es gut läuft und das tut es im Moment ja, dann wird es in der Zukunft noch mehr Sachen in dieser Collabo geben.
Vitali: Vitali Gelwich – mein Name. Ich komme ursprünglich aus Russland, wohne aber mittlerweile seit fünf Jahren in Berlin. Wenn ich nicht gerade in der Uni bin, dann fotografiere ich viel. Seit kurzem bin ich auch bei TSKR und für den ganzen visuellen Kram zuständig.

Woher kam die Idee ein Modelabel zu gründen?

Dax: Es kam eines sehr spontanen Weges. Ich habe das ursprünglich mit meinem besten Freund Gerrit gestartet, der nebenbei auch als Musikproduzent arbeitet. Dadurch hatten wir erste Kontakte zur Musikindustrie. So haben wir mit einigen Künstlern zusammengearbeitet und Parties veranstaltet. Irgendwann dachten wir, dass es vielleicht ganz lustig wäre Shirts für unsere Freunde zu machen. Dann haben mit der Zeit immer mehr Leute gefragt, wo man die Sachen kaufen kann und so kam alles peu a peu. Es war nie geplant ein Label zu gründen. Wie gesagt: Es war alles sehr spontan und ist nach und nach großer geworden.

The Sexy Kids Revolution – wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Dax: Das ist eigentlich eine ganz banale Geschichte und zwar war das Gerrits Idee. Gerrit hatte ein Lied produziert, für einen Künstler namens RAF Camora aus Berlin. Er hat sich den Namen quasi aus dem Nichts ausgedacht. Da ich früher immer die ganzen Beats von Gerrit bekommen habe, um sie Probe zu hören, bin ich auf den Namen gestoßen und fand ihn sehr cool. Mit „Revolution“ kann man immer was machen, dachte ich mir und „sexy kids“ hat auch ganz gut gepasst, weil wir damals noch etwas jünger waren. Wir haben eigentlich nicht lange darüber nachgedacht, wir fanden den Namen einfach cool.

Mit welchen Schwierigkeiten musstet ihr euch zu Beginn der Labelgründung auseinandersetzen?

Dax: Am Anfang war es schwierig, da wir keine wirkliche Struktur hatten – sprich kein E-commerce, keinen Onlineshop. Wir haben alles per Mail abgewickelt, was sehr aufwendig war. Auch hatten wir noch keine große Reichweite und sind auch mal auf den Sachen sitzen geblieben. Aber das ist bei jedem Label am Anfang so – man geht ein Risiko ein.

Facebook ist eine Plattform, auf der ihr sehr aktiv seid. Auf eurer Facebook-Page gibt es zum Beispiel oft Zitate aus Songtexten. Würdet ihr sagen, dass die Musik euch am meisten inspiriert? Was hört ihr so?

Dax: Ja, auf jeden Fall! Musik ist mir sehr wichtig und inspiriert wahnsinnig. Ich achte bei Songs auch sehr stark auf die Texte. Wenn ich sehe, dass man so eine Plattform wie Facebook hat, mit Leuten, die das ebenfalls feiern, dann möchte ich das auch weitergeben.
Vitali: Ich denke auch, dass Musik und Mode auf einer gleichen Wellenlange sind. Bei Künstlern wie Asap oder Jay-Z sieht man das auch ganz gut. Sie arbeiten mit unterschiedlichen Labels zusammen und konstruieren selbst ein bestimmtes Bild nach außen. Ich denke, dass das aufeinander aufbaut und beide Seiten sich gegenseitig inspirieren.
Dax: Wir identifizieren uns ja auch mit den Künstlern. Ich würde nie etwas posten, was ich nicht abfeiern würde. Das wollen wir auch transportieren, weitergeben und supporten. Support von Künstlern, die wir gut finden, ist ein toller Nebeneffekt. Ich persönlich höre verschiedene Sachen. Aber wenn ich mich für ein Genre entscheiden müsste, dann wäre es Rap.
Vitali: Ich höre auch viel Rap. Aber auch Pop, Indie und elektronische Musik. Es ist ein Mix aus verschiedenen Richtungen.

Neben musikbezogenen Posts kann man hin und wieder Posts mit einem Bezug zu Vietnam sehen. Beziehungsweise gab es auch die Bezeichnung „a German – Vietnamese friendship“? Ist es euch wichtig Vietnam auf irgendeine Art und Weise zu repräsentieren?

Dax: Ja, dass stimmt. Am Anfang war es auch noch relevanter für uns, da wir noch Parties veranstaltet haben, auch Asia Parties. Der ursprüngliche Gedanke war beide Kulturen zusammen zu bringen – sowohl die asiatische als auch die westliche. Jetzt gehen wir in eine andere Richtung und es ist nicht mehr so im Vordergrund. Die Leute, die sich damit befassen, wissen: „Okay, da ist vielleicht einer dabei, der vietnamesische Wurzeln hat.“ Aber wie gesagt: Das hatte in der Vergangenheit mehr Priorität und ist jetzt für uns nicht mehr so ausschlaggebend.
Vitali: Wir wollen das uneingeschränkter von einem gewissen Standpunkt machen, internationaler und uns nicht auf ein bestimmtes Land oder Sonstiges festlegen. Es soll jeder angesprochen werden und unterschiedliche Menschen sollen sich mit dem Label identifizieren können. Der Wandel im Namen macht es auch nochmal deutlich: Wir wollen nicht nur sexy und cool sein, sondern alle Leute ansprechen, die unsere Sachen gut finden und deswegen auch der Begriff „Revolution“ für diese kleine Bewegung.

Heutzutage ist es vor allem im kreativem Bereich en vogue verschiedene Elemente zu verbinden. Wie Vitali bereits angesprochen hat: beispielsweise bei Mode und Musik. Collaborations sind also eine tolle Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und gemeinsam etwas Schönes zu schaffen. Wie kam es zu der Collaboration zwischen TSKR & VTL GLWCH?

Beide: Über Lance Butters.
Vitali: Eine Freundin aus einer Modelagentur und ich haben uns mal unterhalten und irgendwie sind wir auf das Thema Rap gekommen. Sie meinte: „Ey, mein Homie ist Lance Butters.“ Ich kannte ihn auch über einen Kumpel, der mir mal Videos auf Youtube gezeigt hat. Dann haben wir uns in Verbindung gesetzt, woraufhin ich später ein Shooting mit Lance hatte, wo Dax auch dabei war. So haben wir uns kennengelernt, sind ins Gespräch gekommen und haben über die Zeit entschieden zusammen zu arbeiten.

Des Weiteren sind eure Kollektionen streng limitiert. Setzt ihr auf Nachhaltigkeit oder wollt ihr den Rahmen der Exklusivität eingrenzen? Quality over quantity?

Dax: Sowohl als auch. In Zeiten des Internets kann man das ja schlecht kontrollieren, wer die Sachen kauft. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Aber wenn jetzt ein Kunde kommt, mit dem ich mich vielleicht nicht so gut identifizieren kann, dennoch vor dem PC „campt“ um die Sachen zu bestellen, dann ist es eben so. Persönlich ist es uns schon wichtig, dass nicht jeder die Sachen trägt beziehungsweise nicht so viele. Denn übersteigert man den Wert einer Sache, zeigt es die Raritat dieser. Wir wollen rar bleiben.
Vitali: Wir wollen damit auch „Danke“ an die Fans sagen, die die Seite verfolgen. Durch die Limitierung gibt es die Sachen – logischerweise – ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Dann ist es halt weg und wird auch nicht nachproduziert. Wir sagen „Danke“ an die Leute, die an uns glauben und unser Zeug kaufen und dafür jetzt ein Teil besitzen, welches es je nach Auflage nur 100 oder 150 mal gibt.

Ich komme nochmal auf das „sexy“ zurück. Was ist für euch sexy, was findet ihr sexy?

Beide: Frauen und Autos.
Vitali: Eine goldene Leica.
Dax: Die ganzen oberflächlichen Sachen. (lacht)
Vitali: Ja, es kann auch gut möglich sein, dass es noch ziemlich sexy wird bei uns.

Da wir schonmal beim Thema „Sexiness“ sind. Was unterscheidet euch von anderen Labels? Was macht euch besser, sexier?

Vitali: Ich glaube, das sind die Kooperationen mit gewissen Leuten wie zum Beispiel Lance Butters und der Fakt, dass wir immer ein bisschen an die Musik denken und das verinnerlichen. Es gab auch schon ein Musikfestival oder Parties mit K.I.Z. und Casper. Und ich habe noch eine etwas modeaffine Seite und kann das ebenfalls mit einbringen.

Interessant finde ich auch den Boom an Modelabels: In letzter Zeit scheinen immer mehr junge Menschen ein Label zu gründen. Alle bedrucken plötzlich Shirts oder Jutebeutel – hauptsächlich aus Spaß, aber vielleicht auch um ein kleines Label aufzubauen, wovon man eventuell leben kann. Wie steht ihr dazu? Heißt ihr das gut oder denkt ihr eher: „Nein, muss nicht sein.“?

Dax: Auf der einen Seite finde ich das gut, denn ich bin ein Fan von Leuten, die was eigenes starten und für eine Sache kämpfen. Es ist natürlich eine Frage der Qualität, aber ich kann das auch nicht haten. Dennoch finde ich es etwas albern gleich eine Fanseite bei Facebook zu erstellen – das muss nicht sein. Vom Prinzip her finde ich es aber sehr cool und unterstütze das sehr – egal ob jemand Musik macht oder Klamotten produziert. Das finde ich sehr gut und am Ende des Tages wird sich auch die Qualität durchsetzen und die Spreu vom Weizen trennen. Letztendlich werden die Leute mit dem längerem Atem sich durchsetzen. Ich denke, da wird dann sehr gut selektiert.
Vitali: Ja, sehe ich persönlich genauso. Nervig ist, dass es so eine allgemeine Bewegung ist und plötzlich jeder und alles eine Fanseite haben muss. Sei es der Hund von einer Person, jedes Model, wo ich mir dann persönlich denke: „Muss nicht wirklich sein.“ Aber teilweise muss ich auch sagen, dass ich auch mit meiner Seite angefangen habe und meine ersten zehn, 50 Likes hatte, was mir viel gebracht hat. Und das ist der Punkt: Man muss den Leuten beweisen dass man es ernst meint! Wichtig sind Langlebigkeit, Mut und Wille. Und wenn das alles gegeben ist, dann Vollgas!

Ihr habt mittlerweile eine relativ große Fanbase und die Leute feiern eure Sachen. Wie fühlt sich das an? Seid ihr bis jetzt zufrieden mit dem, was ihr erreicht habt?

Dax: TSKR ist zum Teil eine Sache, mit der wir mittlerweile unseren Lebensunterhalt verdienen, was natürlich super cool ist, wenn man mit seinen eigenen Sachen sich eine Pizza kaufen oder die Miete zahlen kann. Das wollte ich immer damit schaffen und das fühlt sich sehr sehr gut an. Aber trotzdem haben wir noch so viel Demut und gehen nicht auf die Straße und sagen, dass wir die Allergrößten seien. Ganz im Gegenteil: Wir wollen TSKR einfach noch größer und in unseren Augen noch cooler machen. Es muss auch nicht mal erfolgreicher sein, das kommt dann mit der Zeit. Wir wollen uns weiterentwickeln und immer weiter machen. Wie gesagt: Es fühlt sich gut an etwas eigenes geschaffen zu haben.

Und wie war das in eurer Jugend, habt ihr damals viel Taschengeld bekommen?

Dax: Ich glaube mit 13 habe ich mein erstes Taschengeld bekommen, das waren so fünf Euro die Woche. Mit 14 habe ich auch angefangen nebenbei zu jobben und alles Mögliche gemacht. Zeitungen ausgetragen, in der Imbissbude gearbeitet, ... Mir war es schon früh wichtig mein eigenes Geld zu verdienen. Ich habe auch gemerkt, dass für andere arbeiten nicht so mein Ding ist. Ich glaube, ich kann da auch für uns beide sprechen, dass wir unsere Kraft und Energie lieber in eigene Projekte stecken. Die Freude ist umso großer, wenn es geklappt hat und man nicht mehr auf andere angewiesen ist.
Vitali: Bei mit war es ähnlich. Meine Mutter war alleinerziehend und ich habe damals vielleicht so 20 Euro im Monat an Taschengeld bekommen. Mein erster Nebenjob war mit 13 Jahren. Ich habe Zeitungen ausgetragen und auch sehr viel an der Kasse gearbeitet. Nach dem Gymnasium und dem Zivi bin ich nach Berlin gekommen und habe bisschen in der Modebranche und viel in der Gastronomie gearbeitet und viele Leute kennengelernt. Als Fotograf habe ich auch viel Equipment und da wird man auch mal gefragt wie ich mir so eine teure Kamera leisten kann. Aber alles, was ich bis dato hatte, habe ich mir selbst erarbeitet. Es ist schön, mit dem was man macht auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch ist es schön zu wissen, wie hart Arbeit sein kann und zu wissen, wie es ist sich für andere Leute den Rücken krumm zu arbeiten. Ich will nicht sagen, dass meine Arbeit nicht hart ist, vielleicht teilweise sogar härter? Aber ich mache das mit sehr viel Liebe und das ist halt das Größte. Seine Arbeit zu machen, die einem auch noch Spaß bereitet. Ja, das ist ziemlich nice.

Aller guten Dinge sind drei, aus diesem Grund: Nennt uns drei Websites oder Songs, auf die ihr nicht mehr verzichten wollt.

Vitali: Bei mir ist das momentan Instagram, dass habe ich vor einigen Monaten für mich entdeckt. Ich folge da vielen Labels und Künstlern und man bekommt unheimlich viel Input. Dann noch das HUH Magazine und natürlich highsnobiety.com.
Dax: highsnobiety.com verfolge ich auch regelmäßig und was ich mir nicht täglich, aber schon jede Woche anhöre, ist das erste Album von Nas „Illmatic“. Dadurch habe ich angefangen mich intensiv mit Musik zu befassen. Was momentan auch noch im Loop lauft: „AM“, das aktuelle Album der Arctic Monkeys.

Last but not least: Bitte ein paar abschließende Worte auf Russisch und Vietnamesisch!

Vitali: Nastrovje. Das heißt „Zum Wohl“ oder „Prost“. Das sagen wir in Russland, wenn wir mit unserem Wodka anstoßen. (lacht)
Dax: Chuc suc khoe. Viel Gesundheit.

Kunst: David Leitner

David Leitner ist seines Zeichens Student und passionierter Künstler. Der gebürtige Grazer lebt und arbeitet seit Oktober 2013 in Wien. Kunst macht er „wohl schon immer“, so der 21-Jährige. (mehr …)

Glanz aus Köln – Sparkling im Interview

Klarer minimalistischer Gitarrensound geküsst von Tanzbeats und einem Hauch Post-Punk – so in etwa lässt sich der Sound der Kölner Band Sparkling beschreiben. Dass die musikalische Zukunft dieser jungen Herren ziemlich vielversprechend ist, hat unsere Autorin Thu für euch im Interview herausgefunden.

Sparkling, das sind: Levin (Gitarre, Gesang), Luca (Bass) und Leon (Schlagzeug). Seit 2010 gibt es Sparkling in dieser Formation. Levin hat gerade sein Abi gemacht, Luca und Leon hingegen besuchen fleißig Vorlesungen der Sozialwissenschaften und der Volkswirtschaftslehre und wenn es da mal „too much“ wird, trifft man sich halt im Proberaum um Musik zu machen.

Musik ist hier das Stichwort, so gibt es im Track „You And My Mind“ eine Passage, die besser nicht passen könnte: „This is keeping me alive/ it‘s like a drug/ and I can‘t stop it/ I need more/ I need more“. Mit Passion und Perfektion arbeiten die Sparkling-Boys an neuen Songs und einer EP. Man darf sich also freuen und  gespannt sein.

SLYLE: Kommt ihr aus einem musikalischen Elternhaus?

Sparkling: Bei uns allen war das ähnlich: Musik hat für uns von kleinauf eine große Rolle gespielt und wir sind dabei geblieben.

Gibt es eine klare Rollenverteilung innerhalb der Band oder wird alles zusammen gemacht?

Das Songwriting machen wir immer alle zusammen, da es uns sehr wichtig ist, dass die ganze Band hinter den Songs steht und die Emotionen übertragen kann. Dabei feilen wir gemeinsam an unseren Kompositionen herum, bis es jeder perfekt findet und in einen Zustand der kompletten Befriedigung verfällt. Das ist natürlich manchmal anstrengend, aber ein guter Feedback-Filter. An den Texten sitzen wir oft monatelang, assoziieren, diskutieren und verschimmeln bei 92 Prozent Luftfeuchtigkeit in unserem Kellerproberaum.

Wie kam es zu eurem Bandnamen?

Sparkling heißt ja übersetzt funkelnd, spritzig, prickelnd, was wir im übertragenden Sinne auf unsere Musik beziehen, die aufgeweckt und erfrischend ist. Das unterstreichen wir mit unserem klaren, direkten Sound.

Ihr seid alle noch sehr jung, doch habt ihr schon mehrere Shows in London gespielt. Wie seid ihr an die Gigs gekommen und wie war es vor britischem Publikum zu spielen?

Das war eigentlich eher so eine Traumschnapsidee; nach London zu fahren und dann in den Pubs und Clubs zu spielen. Wir waren sehr motiviert und haben das ganze dann in die Hand genommen und alleine organisiert, was echt viel Arbeit war. Aber dann kam ganz überraschend viel gute Rückmeldung und wir haben daraus eine Tour gemacht. Und vor britischem Publikum die Feuerprobe gemacht zu haben, war einfach genial! Es war zu spüren: Wir sprechen das an, was die Leute bewegt. Weil wir das ansprechen, was uns bewegt!

Hört ihr viel Musik aus Großbritannien? Wer sind eure musikalischen Helden?

Schon, aber nicht ausschließlich. Wo wir uns alle einig sind, ist bei The Clash, die wir total genial finden.

You And My Mind – Wie ist der Song entstanden und worum geht es?

Das Grundriff und ein paar Textzeilen hatte Levin schon länger im Kopf. Dazu haben wir viele Sachen ausprobiert, bis dann „You and my Mind“ mit einem Jazz-Gitarrenriff, einem Dubstep-artigem Beat, treibender Bassline und dazu der schnelle Sprechgesang entstand. Der Song handelt von einer Art Hassliebe, eine innere Zerrissenheit. Man will von etwas loskommen, schafft es aber nicht, da man es irgendwie immer noch braucht und davon abhängig ist. Dabei geht es mehr um dieses Gefühl, weniger um eine konkrete Situation.

Wie oft trefft ihr euch denn zum Proben?

Nach Möglichkeit proben wir jeden Tag und investieren all unsere Zeit in die Musik.

Seid ihr eine typische „Proberaumband“?

Wir brauchen den menschlichen Kontakt. Nur dadurch, dass wir eng beieinander hocken, können wir die Atmosphäre erzeugen, die in den Songs verwirklicht werden.

Wie lange dauert es, bis ein Song fertig ist und ihr damit zufrieden seid?

Jede Probe tüfteln wir an unseren Songs und verwerfen ständig die Ideen, die wir am Vortag entworfen hatten, bis letztendlich ein Song entsteht, der akribisch auf das Wesentliche reduziert ist und uns alle vollkommen befriedigt. Das dauert oft sehr lange.

In letzter Zeit – so scheint es mir – gibt es eine Welle an jungen Produzenten, die ihre Musik ausschließlich am Laptop entstehen lassen. Alles ist irgendwie sehr elektronisch und modern. Wie steht ihr dazu? Könntet ihr euch vorstellen, auch mal in diese Richtung zu gehen oder bevorzugt ihr den organischen Sound?

Bei uns ist das ja eigentlich genau das Gegenteil. Wir benutzen keine elektronischen Mittel und keinerlei Effekte, sozusagen „back to the roots“. Aber das heißt für uns nicht, dass wir das Elektronische ablehnen. Bei uns in Köln gibt es ja eine große Bandbreite an elektronischer Musik, von der wir mitunter beeinflusst werden. Wir setzen diesen Input dann nur organisch um. Natürlich können wir uns vorstellen, auch mal in die elektronische Richtung zu gehen, das ist einfach eine Frage unserer Entwicklung. Im Moment lieben wir Schlagzeug, Bass, Gitarre, Gesang.

Interessiert ihr euch für politische Themen?

Ja, auf jeden Fall. Wir haben erst vor kurzem auf einer Veranstaltung gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) gespielt. Politik betrifft uns alle und ist relativ direkt mit unserem Alltagsleben verbunden. Dadurch spielt Politik auch für unsere Songs eine Rolle.

Anfang des Jahres wart ihr Teil der „Cologne Music Week“. Wo kann man euch diesen Sommer noch sehen und was habt ihr für die Zukunft geplant – EP, Album?

Wir spielen in Bonn und in Köln. Weitere Gigs könnt ihr auf unseren Seiten erfahren. Im Sommer wollen wir eine EP machen. Freut euch drauf!!

Mit welchem Künstler würdet ihr gerne die Bühne teilen?

Mit den Arctic Monkeys. Oder mit den Rolling Stones, die stehen schon solange auf der Bühne, von denen kann man bestimmt was lernen.

Gibt es einen Ort auf der Welt, an dem ihr unbedingt mal spielen wollt?

Im Petersdom in Rom oder in Versailles im Spiegelsaal.

Woher schöpft ihr Inspiration?

Unsere Inspiration schöpfen wir aus dem, was uns aufregt, was uns stört, aus Situationen mit denen wir immer wieder konfrontiert werden oder aus Lebensgefühlen und Lebensschwierigkeiten, die wir erfahren.

Wo seht ihr euch in zehn Jahren?

Keine Ahnung, das ist doch noch solange hin.

Wenn es keine Musik mehr gäbe,..

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Wahre Worte von Johann Gottfried Seume.

Fender oder Gibson?

Fender.

Festivals oder eigene Tour?

Ist egal, Hauptsache auf Tour!

Berlin oder Köln?

Köln.

You oder my Mind?

You and my Mind.

Youtube oder Soundcloud?

Soundcloud, weil die Musik für sich alleine spricht.

Im Web: http://fb.com/Sparklingofficial

Mein Traummann aus dem Fernsehen

Von Kitsch und koreanischen Dramen, die unsere Vorstellung von der großen Liebe beeinflussen - und was wir daraus lernen.

Wie jeden Donnerstag traf ich mich mit einer Freundin zum wöchentlich, dekadenten Dinieren in der Hochschulkantine. Das ist unser kleines Ritual, die Vorlesung ausfallen lassen und dafür in der Mensa essen und den neusten Gossip austauschen. Man hat ja sonst kaum Zeit, weil man als Student sehr beschäftigt ist, naja meistens. So trafen wir uns also mehr oder weniger zwischen Tür und Angel, zwischen Schnitzel und Kartoffelbrei in einem Meer von hungrigen und durcheinander sprechenden Studenten. Nachdem wir endlich einen Platz ergattert hatten und wir unser wohl verdientes Essen zu uns nahmen, dauerte es auch gar nicht lange, bis wir anfingen uns den neusten Tratsch zu erzählen. Irgendwann kamen wir schließlich auch auf die Liebe zusprechen, klar wie sollte es auch anders kommen. „Und, was läuft da eigentlich zwischen dieser Beatrix und diesem Felix? Sind die jetzt schon zusammen? Die haben sich doch erst kennengelernt! Das ging irgendwie voll schnell ... “, fragte mich meine Kommilitonin a.k.a. my sister from another mother.

Was wusste ich schon. Mir doch egal, sollen die doch zusammen sein, dachte ich mir. Aber eigentlich war ich ein bisschen neidisch, denn anscheinend hatten sich zwei - in Rekordzeit - gesucht und gefunden.

„Ist doch schön wenn man den Traumpartner gefunden hat.“, erwiderte ich nur.

Na klar, ist es schön wenn man die richtige Person getroffen hat, mit der man bis ans Lebensende gehen kann. Doch dieser besagte Traumpartner: Wie sieht der eigentlich aus? Was macht eine Person überhaupt zu einem Traummann beziehungsweise zu einer Traumfrau? Um ehrlich zu sein, wusste ich das nicht. Und weiß es immer noch nicht. Außerdem sind Geschmäcker bekanntermaßen verschieden. Ich weiß zum Beispiel, dass viele meiner männlichen Freunde auf Megan Fox stehen oder diese Kate Upton, die einem Komplexe macht, weil sie noch so jung ist, aber irgendwie total gut aussieht. Trotzdem habe ich von nichts eine richtige Ahnung. Weiß nichts Ganzes und nichts Halbes. Doch bei einer Sache bin ich mir so ziemlich sicher: Ich weiß, wie mein Traummann aussehen soll, besser gesagt wie er sein soll.

Zurück zu den Schnitzeln. Ich zählte also die verschiedensten Eigenschaften auf, die in dieser Kombination gar nicht zusammenpassten. Zumindest nicht in der Welt, in der wir leben.

„Gut aussehen sollte er, intelligent sein, vielleicht noch aus einem gutem Hause kommen, sportlich, musikalisch, treu, lustig, lebensbejahend und ein Herz für Kinder, alte Menschen sowie Tiere haben. Ach und wenn er noch umweltbewusst ist, wäre das ein Traum. Oder anders gesagt: Perfekt! Leider, gibt es solch einen Mann wahrscheinlich nicht im realen Leben, das heißt ich habe ihn noch nicht gefunden. Ich bin schließlich ein optimistischer Mensch.“

Als ich das sagte musste ich lachen, über mich und über meinen Traummann.

Die Antwort, die ich darauf erntete waren nur ein schiefer Blick und die Feststellung, dass ich wohl zu viele Filme schaue. Stimmt! Obwohl - ... vielleicht waren es diese koreanische Dramen, die mich glauben ließen, da draußen gäbe es solch einen Mann.

Vor einiger Zeit bin ich zufällig auf „Boys Over Flowers“ aufmerksam geworden und die Kenner unter euch werden wissen, dass dieses Drama ein mächtiger Erfolg war.

Koreanische Dramen, oder auch K-Drama genannt, sind circa 20 Folgen lange Miniserien aus Südkorea.
Es gibt natürlich verschiedene Arten von Dramen, aber die Rede hier ist von diesen kitschigen, total romantischen und verträumten Dramen, in denen alles perfekt ist und am Ende immer alles gut wird. Koreanische Dramen sind schön, aber leider total an der Realität vorbei. Trotz oder gerade wegen dieser Realitätsferne sind sie vor allem in Ost- und Südostasien sehr beliebt, da sie eine perfekte Liebesgeschichte projizieren, ja ein modernes Märchen könnte man meinen. Die Protagonisten in den Dramen weisen alle ein makelloses Erscheinungsbild auf, leben in einem schönen Haus und haben neben intriganten Familienmitgliedern vor allem Geld. Der vermeintliche Traumboy kommt natürlich aus einer solch wohlhabenden Familie und alle Mädchen stehen auf ihn. So cool wie er ist, lässt ihn das alles kalt – naja, ein bisschen „bad boy attitude“ kann ja auch nicht schaden. Nach dem Motto „Harte Schale, weicher Kern“ ist er tief im Inneren eigentlich ein echter Romantiker und würde alles für seine große Liebe tun.

Und da wären wir auch schon bei dem unscheinbaren, netten Mädchen, welches aus einer einfachen Familie kommt – sozusagen das Aschenputtel. Die Rolle dieses Mädchens ist eher einfach gestrickt. Sie ist das Mädchen von nebenan, mit der sich jeder identifizieren kann. Für sie zählt nur die große Liebe, das erste Herzrasen, das erste Händchen halten, eine zärtliche Umarmung und der erste Kuss. Und was passiert also? Genau, der Traumboy verliebt sich ausgerechnet in dieses unscheinbare Mädchen. Fortan versucht er alles um ihr Herz zu erobern, denn er will sie oder gar keine. Auch wenn die unterschiedlichen, sozialen Umstände ein kleines Hindernis in der jungen Liebe darstellen, gibt es nach etwa 20 Folgen – was haben wir auch anderes erwartet – ein Happy End.

Ja, es ist süß, ja es ist nicht die Realität, aber das ist gut so. Denn letztendlich zeigen solche Dramen eigentlich das, was Frau sich insgeheim wünscht, oder?

Wieder die Schnitzel. Nach unserer Diskussion über koreanische Dramen, die uns ein verblendetes Bild von der Liebe geben, war ich frustriert. Denn mein Essen war längst kalt geworden und ich musste mir eingestehen, dass mein Ideal von Mann nicht von dieser Welt ist. Mein Fazit lautet also: Der Mann im echten Leben muss für mich kein reicher Schönling sein, viel wichtiger ist es, dass man auf der selben Wellenlänge ist, sich gut versteht und viel miteinander lachen kann. Schließlich ist ein Traumpartner erst dann perfekt, wenn er bei all den Klischees und Vorstellungen auch wirklich zu einem passt. Denn wie heißt es doch so schön - „Zu jedem Topf passt ein Deckel“. Ergo, der Deckel kann also noch so schön sein, aber wenn er nicht auf den Topf passt, ist es wohl nicht der „Traumdeckel“.